Acht Jahre Haft für französische Jugendliche
Aktualisiert

Acht Jahre Haft für französische Jugendliche

Knapp ein Jahr nach einem schweren Brandanschlag auf einen Linienbus in Marseille hat ein französisches Gericht zwei Jugendliche zu acht Jahren Haft verurteilt. Eine seither entstellte Frau sagte per Videoschaltung vor Gericht aus.

Die 15- beziehungsweise 16-jährigen Angeklagten seien verantwortlich für den Anschlag, bei dem eine junge Frau schwerste Verbrennungen erlitt, befanden die Jugendrichter am Freitagabend nach mehrstündigen Beratungen.

Ein Elternteil der beiden Minderjährigen brach bei der Urteilsverkündung in Tränen aus. Nach Angaben der Verteidigung hatte die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft gefordert.

Die Jugendlichen hatten vor Beginn des Verfahrens zugegeben, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Neben ihnen müssen sich noch sechs weitere junge Leute vor Gericht verantworten; den anderen mutmasslichen Tätern, die zum Tatzeitpunkt älter als 16 Jahre waren, drohen bis zu 30 Jahre Haft.

Die Teenager hatten im Oktober vergangenen Jahres - ein Jahr nach den Vorstadtkrawallen in Frankreich - vorsätzlich einen Marseiller Linienbus in Brand gesteckt.

Die heute 27-jährige Studentin Mama Galledou erlitt bei dem Anschlag Verbrennungen zweiten und dritten Grades auf mehr als der Hälfte des Körpers. Sie leidet nach eigenen Worten entsetzlich an den Verletzungen und sagte während der Verhandlung nur per Videoübertragung aus, um die Täter nicht sehen zu müssen. (sda)

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