Acht Jahre Haft für Überfall auf Asylunterkunft
Aktualisiert

Acht Jahre Haft für Überfall auf Asylunterkunft

Ein Mann, der im Mai 2004 eine Asylunterkunft in Basel überfallen hat, muss eine achtjährige Freiheitsstrafe absitzen. Das Basler Appellationsgericht hat am Freitag das Urteil des Strafgerichts bestätigt.

Der heute 25-jährige Mann hatte am 3. Mai 2004 einen Raubüberfall auf die Asylunterkunft an der Grosspeterstrasse in Basel verübt. Neben dem Überfall hatte die Anklage auch ein Drogengeschäft und gewalttätiges Verhalten gegenüber den Eltern umfasst.

Wegen Raubes, Freiheitsberaubung und einer Reihe von weiteren Delikten hatte das Strafgericht den jungen Mann im Mai 2005 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Dieser hatte betreffend den Hauptanklagepunkt eine Erinnerungslücke geltend gemacht, die restlichen Vorwürfe bestritt er.

Auf Indizien abgestützt

Das Strafgericht war jedoch aufgrund von Indizien zur Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte der vermummte Mann gewesen war, der die Asylunterkunft überfallen hatte. Der Täter hatte dabei mehrere Asylbewerber gefesselt und beraubt und mindestens drei Schüsse abgegeben.

Dagegen appellierte jedoch die Verteidigung. Die Erinnerungslücke sei zu Unrecht zum Nachteil des Appellanten ausgelegt worden, sagte der Verteidiger vor Appellationsgericht. Um abzuklären, ob die Amnesie nicht, wie von der Vorinstanz angenommen, eine blosse Schutzbehauptung sei, beantragte er ein Gutachten.

Im Zweifel gelte die für den Appellanten günstigste Sachverhaltsvariante, forderte der Verteidiger. Dafür sei er mit maximal drei Jahren zu bestrafen.

In allen Punkten bestätigt

Das Appellationsgericht folgte jedoch dem Antrag der Staatsanwältin und bestätigte das Urteil der Vorinstanz in allen Punkten. Weil es gemäss neuem Recht seit Anfang 2007 keinen Unterschied mehr zwischen Gefängnis und Zuchthaus gibt, wurde das Urteil umformuliert: Es lautet nun auf acht Jahre Freiheitsstrafe statt Zuchthaus. (sda)

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