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Human Rights Film FestivalAcht Lieblingsfilme zum Thema Menschenrechte

Vom 3. bis 8. Dezember findet das Human Rights Film Festival in Zürich statt. Begleitende Publikumsgespräche werden online verfügbar gemacht.

von
Melanie Biedermann

Zu den Geheimtipps am diesjährigen Festival gehört «The Earth is Blue As an Orange». Filmemacherin Iryna Tsilyk beobachtet darin eine Familie im Umgang mit dem Ukraine-Krieg und zeigt, wie der Alltag darin für alle weitergeht.

Darum gehts

  • Vom 3. bis 8. Dezember findet im Zürcher Kino Kosmos das 6. Human Rights Film Festival Zürich statt.

  • Das Filmfestival wird unter aktuellen Corona-Schutzmassnahmen mit maximal 50 Personen pro Vorführung umgesetzt.

  • Publikumsgespräche mit Filmemachern und Experten ergänzen das Filmprogramm und sind als Live-Stream sowie später im Archiv verfügbar.

  • Hier gehts zu unseren Favoriten sowie drei Geheimtipps der Festivalmacher.

Die unsicheren Zeiten, in denen wir leben, würden danach verlangen, den Krisen dieser Welt entschlossen entgegenzutreten, schreiben die Macherinnen des Human Rights Film Festival Zürich. Ihre Auswahl an 21 Filmen, die im diesjährigen sechsten Festivaljahr laufen, sollen unsere vielfältigen Lebensrealitäten «und die damit verbundenen globalen Zusammenhänge begreifbar machen».

Tatsächlich ist das Programm 2020 durchwegs empfehlenswert und deckt Themen von Pressefreiheit («A Thousand Cuts») über künstliche Intelligenz («iHuman») bis hin zu Umweltschutz («I Am Greta») ab. Um die Auswahl ein bisschen zu erleichtern, geht es hier zu unseren fünf Favoriten.

«Cat in the Wall»

Die Dokumentation des bulgarischen Regie-Duos Mina Mileva und Vesela Kazakova wird als filmische Sozialstudie aus dem englischen Arbeitermilieu beschrieben, wo der nahende Brexit die Gemüter erhitzt.

«Cat in the Wall» eröffnet am Donnerstag, 3. Dezember, um 19 Uhr das Festival und läuft zusätzlich am Freitag, 4. Dezember, um 21 Uhr.

«Made in Bangladesh»

Der Spielfilm der jungen bangladeshischen Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Rubaiyat Hossain zeigt Textilarbeiterin Shimu, die sich im patriarchalen System ihres Heimatlands für ihre Rechte als Frau und Arbeiterin einsetzt. Das Drehbuch entstand in Zusammenarbeit mit realen Textilarbeiter*innen.

«Made in Bangladesh» ist am Freitag, 4. Dezember, um 20.30 Uhr mit anschliessender Podiumsdiskussion zum Thema «Fast Fashion: Welche Verantwortung tragen Modebrands und Konsument*innen?» zu sehen. Zusatzvorstellung am Samstag, 5. Dezember, um 11 Uhr.

«17 Blocks»

Die Dokumentation folgt dem neunjährigen Emmanuel Sanford-Durant, der 1999 mit einer Videokamera seinen Alltag in einem vernachlässigten Viertel von Washington D.C. zu dokumentieren beginnt – 17 Blocks vom Capitol entfernt und 20 Jahre lang. Das Material wurde mithilfe von Regisseur Davy Rothbart aufbereitet, und der Film gilt bereits als Real-Life-Version des Kinohits «Boyhood».

«17 Blocks» läuft am 5. Dezember, 20.30 Uhr, mit der anschliessenden Diskussion zum Thema «Rassismus – Klassismus | Heute & damals». Zusatzvorstellung: Sonntag, 6. Dezember, 15.45 Uhr.

«Acasa, My Home»

Der rumänische Filmemacher Radu Ciorniciuc porträtiert die elfköpfige Familie Enache, die am Stadtrand
von Bukarest im Einklang mit der Natur lebt. Aufgrund eines Aufwertungsprojekts der Regierung werden die Enaches jedoch in die Grossstadt umgesiedelt.

«Acasa, My Home» läuft am Montag, 7. Dezember, um 18 Uhr mit anschliessendem Gespräch zum Thema «Wohnträume. Wer hat Platz in unserer Stadt?», wo der Blick auf Zürich gerichtet wird. Zusatzvorstellung: Dienstag, 8. Dezember, 21 Uhr.

«Yalda»

Der iranische Regisseur Massoud Bakhshi erzählt die Geschichte der 22-jährigen Maryam, die wegen der Ermordung ihres Ehemanns zum Tode verurteilt wurde. Die Teilnahme an einer Reality-TV-Show gibt ihr Hoffnung auf Begnadigung. Neben der hinterbliebenen Schwiegertochter richtet das Publikum per SMS,
ob Maryam diese verdient.

«Yalda» wird als Closing Film am Dienstag, 8. Dezember, um 20.30 Uhr laufen. Regisseur Massoud Bakhshi ist als Gast angekündigt. Ab 10. Dezember wird der Film regulär in ausgewählten Deutschschweizer Kinos starten.

Extra: Drei Geheimtipps der Festivaldirektorin

Hier verrät Festivaldirektorin Sascha Bleuler ihre Geheimtipps.

1. Der Film «Lovemobil» spiegelt die Ambivalenz der Sexarbeit, über die wir im anschliessenden Panel auch diskutieren werden.

2. «The Earth is Blue As an Orange», ein «Home-Movie» mitten aus dem Ukraine-Krieg, ist mein absolutes Festival-Highlight. (Den Trailer gibts ganz oben.)

3. «Das Neue Evangelium», das allerneuste Werk von Milo Rau, zeigen wir zweimal sehr exklusiv bei uns am Festival. Kinostart ist dann erst im Frühjahr. Ein sehr bildstarker und inhaltlich vielschichtiger Film.

Tickets für das Festival sind online sowie an der Kasse des Kosmos Kino verfügbar.

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3 Kommentare
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Josefr

03.12.2020, 12:53

Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon die düsteren Filmszenen mit Akteuren, die voller Pessimismus sind. Die heutige Welt ist beileibe nicht vollkommen, aber dieser Kulturpessimismus ist krank.

Lorenzo von Matterhorn

03.12.2020, 12:07

Gähn dieses gewäsch schaut doch kein Mensch

Bildungs Berater

03.12.2020, 11:46

Ein nette Liste von Filmen "zum Abschalten", die niemand sehen sollte.