Aktualisiert

Acht tote Kinder - von Müttern ermordet

In Deutschland herrscht das blanke Entsetzen: Gestern wurden gleich zwei erschreckende Fälle von Müttern bekannt, die ihre Kinder vernachlässigt und getötet haben.

Die erste schreckliche Familientragödie ereignete sich in Schleswig-Holstein: Eine psychisch verwirrte 31-Jährige hat ihre fünf Kinder umgebracht. Die Leichen der Jungen im Alter von drei bis neun Jahren wurden in einem Einfamilienhaus in dem kleinen Ort Darry im Kreis Plön entdeckt.

«Nach derzeitigem Erkenntnisstand dürfte das Motiv in einer psychischen Erkrankung der Frau zu suchen sein», erklärte die Polizei. Die 31 Jahre alte Mutter stehe unter dringendem Tatverdacht und sei in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Sie war nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht vernehmungsfähig.

Die Kinder waren am Mittwochnachmittag gefunden worden. «Wir sind auf einen Hinweis der Mutter in das Haus gegangen», erklärte eine Polizeisprecherin am Abend. Die Frau hatte sich offenbar einem Arzt anvertraut und ihm den Hinweis gegeben.

Kinder machten verwahrlosten Eindruck

Die Polizei wollte Medienberichte zunächst nicht bestätigen, wonach die Kinder mit Tabletten vergiftet und danach mit einer Plastiktüte erstickt wurden. Die Polizei hatte ein Bild eines Plastiksacks veröffentlicht, in welchem sich der Körper eines der toten Kinder befinde. Der Todeszeitpunkt der Kinder ist noch unklar.

Die Familie war dem Jugendamt bekannt. Der NDR meldete, der Bürgermeister des Ortes habe dem Sender bestätigt, dass die alleinerziehende Mutter und die Kinder unter der Betreuung des Jugendamtes standen. Die Kinder hätten einen relativ verwahrlosten Eindruck gemacht. Das Jugendamt habe am Mittwoch an dem Haus geklingelt, weil die Kinder nicht in der Schule erschienen waren. Die Polizei wollte diese Berichte nicht bestätigen.

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein reagierte mit Trauer und Betroffenheit auf die Familientragödie.

Video: Der Fall von Plön (Schleswig-Holstein):

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Fall 2: Drei tote Babys in Plauen

Auch im sächsischen Plauen wurde eine schockierende Entdeckung gemacht: Bei der wegen Tötung eines Babys verdächtigten 28-jährigen Frau hat die Polizei zwei weitere tote Säuglinge gefunden.

Die Frau hat die drei Mädchen 2002, 2004 und 2005 zur Welt gebracht. Zwei Leichen wurden am Dienstag und Mittwoch bei der Durchsuchung ihrer Wohnung in Plauen entdeckt, und zwar in der Tiefkühltruhe und auf dem Balkon. Die Mutter bestreitet, dass sie die Kinder getötet hat. Gegen sie wurde jedoch Haftbefehl erlassen.

Die Leiche der im Jahre 2002 geborenen Celine fanden Polizisten bereits am Dienstag vergangener Woche im Keller der Wohnung einer Verwandten in Plauen (20minuten.ch berichtete). Diese wusste nichts vom Inhalt des Koffers, in dem das Baby in Plastikfolie eingewickelt lag. Auch die anderen toten Babys waren so eingewickelt und zusätzlich noch in Mülltüten verpackt worden.

Umzug mit Kinderleichen

Der Fall wurde aufgedeckt, weil die Einschulungsuntersuchung anstand. Die Mutter verwickelte sich in Widersprüche. So hatte sie vergangene Woche ausgesagt, sie habe 2002 die Geburt verheimlicht, weil das Kind bei einem Seitensprung gezeugt worden sei. Die Ermittlungen führten dann zum Fund der ersten Leiche.

Danach wurde die Frau freigelassen, später aber die Wohnung durchsucht. Dabei fand die Polizei zwei weitere tote Babys, was zur erneuten Verhaftung führte. Die 28-Jährige sagte dann aus, sie habe die zwei anderen Mädchen alleine in ihrer Wohnung am 13. Januar 2004 und am 14. September 2005 im Bad beziehungsweise im Schlafzimmer geboren. Die Kinder seien plötzlich tot gewesen.

Der 28-jährige Lebensgefährte erklärte der Polizei, er habe von den Schwangerschaften nichts bemerkt. Er sei oft auf Montage gewesen. «Das ist für uns aber nur schwer vorstellbar», erklärte ein Polizeisprecher. Die 28-Jährige, die in einem sozial schwachen Umfeld lebe, sei in Plauen neunmal umgezogen, berichteten die Ermittler. Dabei habe sie auch die Babyleichen mitgenommen. Zu den Motiven machte die Polizei keine Angaben.

Video: Der Fall von Plauen (Sachsen):

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(AP/ast)

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