Aktualisiert 11.01.2010 20:05

Erdwärmeprojekt

Acht Vibra-Trucks auf der Suche nach Heisswasser

Jetzt wird das Erdwärmeprojekt konkret: Ab Ende Monat erzittert in der Ostschweiz die Erde. Mit seismischen Messungen wird ermittelt, wo das geplante Kraftwerk gebaut werden soll.

von
Tobias Bolzern

Acht 25 Tonnen schwere Spezialfahrzeuge des Typs AHV-4 sind gestern in der Stadt eingetroffen. Ab 25. Januar werden sie die Erdschichten rund um St. Gallen zum Erzittern bringen. Dafür wurde bereits ein Kredit von zwölf Mio. Franken bewilligt. Die Vibra-Trucks aus den USA lösen an 4000 Standorten in der Ostschweiz jeweils während 17 Sekunden starke Vibrationen aus. Die so abgegebenen Schallwellen werden dann von den Gesteinsschichten reflektiert und von 13 000 sogenannten Geophonen aufgezeichnet. «Mit den Messungen im 300 Quadratkilometer grossen Gebiet wird ein 3-D-Modell des Untergrunds erstellt», sagt Projektleiter Marco Huwiler. Auf dieser Karte sieht man dann, wo das 150 Grad heisse Wasser, das in vier Kilometern Tiefe schlummert, am besten angezapft werden kann. Spätestens Ende 2013 soll das Kraftwerk Energie und Wärme liefern. «Mit dem Neubau soll der Verbrauch von fossilen Brennstoffen bis 2050 massiv reduziert werden», so Stadtrat Fredy Brunner. Das letzte Wort hat aber das Volk: Im Herbst kommt das 150-Millionen-Projekt an die Urne. Bereits diesen Samstag werden die Vibra-Trucks am Tag der Seismik der Bevölkerung präsentiert.

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