Aktualisiert 13.06.2011 15:19

Auf Seilbahn in Baum gerast

Achtjährige stirbt nach Unfall im Pfingstlager

Ein Mädchen fuhr in Oetwil ZH auf einer selbstgebastelten Seilbahn praktisch ungebremst in einen Baum. Es ist wenige Stunden später seinen Verletzungen erlegen. Bei den Lagerteilnehmern sitzt der Schock tief.

von
am/ann

Tragisches Unglück im einem Cevi-Pfingstlager: Weil die Bremse an einer selbstgebauten Seilbahn versagte, prallte ein 8-jähriges Mädchen praktisch ungebremst in einen Baum und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Wenige Stunden später starb das Kind im Spital, wie die Kapo Zürich am Montagvormittag mitteilte. Der Unfall ereignete sich im Rahmen eines Pfingstlagers der christlichen Kinder- und Jugendorganisation Cevi.

«Wir sind alle zutiefst schockiert», sagt Cevi-Sprecher Jürg Schelldorfer zu 20 Minuten Online. Als Sofortmassnahme würden, bis der Untersuchungsbericht vorliege, in allen Cevi-Lagern keine Seilbahnen mehr gebaut. Die Organisatoren haben heute Morgen einen Gottesdienst abgehalten, an dem Leiter, Teilnehmer und Angehörige um das verstorbene Mädchen getrauert haben.

Ungebremst in den Baum geprallt

Geplant war, dass die 27 Mädchen und Knaben einer Cevi-Abteilung aus dem Kanton Zürich auf einer selbstgebauten Seilbahn in die Tiefe sausen sollten. Die Strecke, welche die 13 Leiterinnen und Leiter dafür ausgesucht hatten, war 100 Meter lang und führte 40 Meter in die Tiefe.

Die Enden eines langen Seils wurden dazu je an einem Baum befestigt und die kleinen Teilnehmer in Klettergurte gesteckt. Mit einem zweiten Seil, das als Sicherung dienen sollte, hätten sie dann in kontrollierter Geschwindigkeit bergab fahren sollen und wären unten von einem Leiter in Empfang genommen worden.

Nachdem einige Fahrten problemlos verliefen, wurde aus bisher unbekannten Gründen die Fahrt beim 8-jährigen Mädchen nicht gebremst.

Einer der beiden Postenleiter, der sich am Ende der Seilbahnkonstruktion befand, versuchte den Aufprall zu dämpfen. Erfolglos: Die Schülerin erlitt beim Zusammenstoss mit dem Baum schwerste Verletzungen; der Leiter blieb unverletzt.

(am/ann/sda)

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