Heikle Bildsprache: Achtung, Emojis im Job können unseriös wirken
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Heikle BildspracheAchtung, Emojis im Job können unseriös wirken

Die lachenden Gesichter halten auch in Firmen-Mails Einzug. Das kann riskant sein.

von
Isabel Strassheim
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Nicht nur in privaten Nachrichten: Emojis gehören dazu...

Nicht nur in privaten Nachrichten: Emojis gehören dazu...

...sie sind zum festen Bestandteil der Sprache geworden, sagt Wissenschaftler Daniel Perrin von der ZHAW.

...sie sind zum festen Bestandteil der Sprache geworden, sagt Wissenschaftler Daniel Perrin von der ZHAW.

Auch bei Geschäftsmails...

Auch bei Geschäftsmails...

Keystone/Christian Beutler

Privat kommt kaum ein Mail oder Whatsapp ohne Emoji aus. Anders im Job, da sind die Smileys rar. Erste Tests laufen aber auch in der Unternehmenswelt. Eine Studie zeigt, dass dies jedoch schiefgehen kann.

Versieht ein unbekannter Absender von einem Unternehmen seine berufliche Nachricht mit einem Emoji, wirkt das bei den Empfängern meist inkompetent. Dies zeigt ein Test der israelischen Ben-Gurion-Universität mit 549 Personen aus 29 Ländern. Smileys wurden von ihnen nicht als warme Emotion wahrgenommen. Sie strahlten stattdessen meist Unseriosität aus.

Test mit Nachrichten mit und ohne Emojis

Den Studienteilnehmern wurden die Nachrichten mit und ohne Emojis vorgelegt. Ein Teil von ihnen sollte sie auch beantworten. Dabei zeigte sich, dass bei denen mit Smiley die Antwort weniger detailliert und faktenreich ausfiel.

«Emojis können zu Lasten der Seriosität gehen», sagt Markus Braun vom Marktforschungsunternehmen Yougov zu 20 Minuten. In der Finanzindustrie sei das Risiko dafür grösser als in anderen Branchen. Der Einsatz der Piktogramme könne jedoch auch Vorteile haben: «Er ermöglicht eine emotionale Ansprache und macht Unternehmen sympathisch.» Dies gelte sowohl für den Kontakt mit Kunden als auch beim Kontakt mit anderen Firmen.

Vor allem Frauen mögen sie

Laut einer Studie von Yougov in Deutschland kommen Emojis von Unternehmen vor allem bei Frauen gut an. Allerdings nicht bei den ganz Jungen und Älteren, sondern bei denjenigen zwischen 25 und 44 Jahren. «Die Ansprache auf der Gefühlsebene funktioniert generell bei Frauen besser, bei Jüngeren sind Emojis aber schon so normal, dass sie kaum noch auffallen», sagt Braun.

Bei Schweizer Firmen sind Emojis bislang kein Thema. Beim Versicherer Zurich wie auch bei der Fluggesellschaft Swiss gibt es für das Personal keine Regelungen dafür. Auch bei Raiffeisen heisst es: «Wir vertrauen auf die Eigenverantwortung unserer Mitarbeitenden, dass sie Emoticons – wenn überhaupt – im angemessenen Rahmen einsetzen», so Banksprecher Dominik Chiavi. Ähnlich ist es bei Swisscom.

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