Aktualisiert 29.03.2020 03:16

ZeitumstellungJetzt gilt wieder die Sommerzeit

In der Nacht auf Sonntag wurden die Uhren um 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Am Abend bleibt es nun wieder länger hell.

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Das Europaparlament hat im März 2019 über eine Abschaffung der umstrittenen Zeitumstellung abgestimmt. Nun ist klar: Die Zeitumstellung soll ab 2021 verschwinden.

Das Europaparlament hat im März 2019 über eine Abschaffung der umstrittenen Zeitumstellung abgestimmt. Nun ist klar: Die Zeitumstellung soll ab 2021 verschwinden.

epa/Patrick Seeger
Ein sinnvoller Entscheid, fand damals SVP-Nationalrätin Yvette Estermann – aber nur, wenn sich der Bundesrat für die Einführung der Normalzeit in der Schweiz entscheide.

Ein sinnvoller Entscheid, fand damals SVP-Nationalrätin Yvette Estermann – aber nur, wenn sich der Bundesrat für die Einführung der Normalzeit in der Schweiz entscheide.

Keystone/Anthony Anex
Eine ewige Sommerzeit hingegen würde sie bekämpfen, so Estermann. Diese führe zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen und sei ökonomisch unsinnig.

Eine ewige Sommerzeit hingegen würde sie bekämpfen, so Estermann. Diese führe zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen und sei ökonomisch unsinnig.

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Die Schweiz hat wieder auf Sommerzeit umgestellt. Um Punkt 2 Uhr wurden die Uhren in der Nacht auf Sonntag um eine Stunde auf 3.00 Uhr angepasst. Damit werden die Nächte erneut eine Stunde kürzer und an den Abenden bleibt es folglich länger hell.

Die Sommerzeit dauert in diesem Jahr bis zum 25. Oktober.

In der Schweiz gibt es die Sommerzeit seit 1980. Seit 1996 stellen die Menschen in allen Ländern der Europäischen Union (EU) zudem einheitlich die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück.

Bundesrat und Parlament haben sich bei der Einführung der mitteleuropäischen Zeit Ende des 19. Jahrhunderts und bei der Einführung der Zeitumstellung 1980 vor allem aus wirtschaftlichen Gründen für eine Zeitregelung entschieden, die mit derjenigen der Nachbarstaaten übereinstimmt.

Umstellung weiterhin strittig

Der Wechsel zwischen Normalzeit - umgangssprachlich auch Winterzeit genannt - und Sommerzeit ist hierzulande und auch in der EU schon lange umstritten. Im März des vergangenen Jahres hatte das EU-Parlament für eine Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2021 plädiert.

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In einer EU-Umfrage zur Sommerzeit hatten sich mehr als 80 Prozent dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung abzuschaffen. Für die tatsächliche Abschaffung müsste allerdings noch ein Kompromiss mit den Mitgliedstaaten erzielt werden. Es sind aber noch nicht alle notwendigen Entscheide, weder auf der Ebene der EU noch von allen Einzelstaaten, getroffen worden.

Sommerzeit für die Bahnhofsuhr

So funktioniert die Zeitumstellung an den Schweizer Bahnhöfen.

Die Schweiz verfolgt nach Angaben des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (Metas) die Entwicklung in den Nachbarländern und wird sorgfältig prüfen, ob eine allfällige Anpassung der Zeitregelung sinnvoll und im Interesse der Schweiz ist. Bis auf weiteres gilt die bestehende Zeitregelung.

Atomuhren und Zeitserver im Einsatz

Das Metas ist dafür zuständig, die offizielle Schweizer Zeit zu realisieren und zu verbreiten. Es unterhält dazu in seinen Laboratorien mehrere Atomuhren und beteiligt sich damit an der Realisierung der koordinierten Weltzeit. Das Metas stellt ausserdem einen Zeitserver zur Verfügung, mit dem Computeruhren auf wenige Millisekunden genau mit der offiziellen Schweizer Zeit abgeglichen werden können.

Viele Menschen leiden unter der Zeitumstellung, weil die Chronobiologie zweimal im Jahr durcheinandergerät. Wissenschaftler begrüssen zwar grundsätzlich den Verzicht auf die Zeitumstellung, warnen aber vor den Folgen, wenn die Uhren nur noch auf Sommerzeit laufen. In der EU-Umfrage hatte sich eine grosse Mehrheit für eine dauerhafte Sommerzeit ausgesprochen. (sda)

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