Aktualisiert 18.05.2005 12:01

Ackermann wehrt sich

Rund 150 Angestellte der Deutschen Bank haben am Mittwoch an der Generalversammlung des Unternehmens gegen den geplanten Stellenabbau protestiert.

Die Bank will trotz Milliardengewinnen weltweit 6400 Stellen streichen.

«Wir sind nicht einverstanden, dass Gewinne und Renditen zu Lasten der Beschäftigten gesteigert werden», sagte Margret Möning- Raane, welche die Gewerkschaft Verdi im Verwaltungsrat der Deutschen Bank vertritt. Allein in Deutschland sollen netto 1920 Jobs wegfallen.

Vor der Frankfurter Festhalle demonstrierten deshalb Bankangestellte und Vertreter der Gewerkschaft Verdi gegen das Sparprogramm. Der Kundgebung schloss sich der Betriebsrat der Deutschen Bank an. Auch viele Aktionäre sehen das Image der Bank beschädigt.

Ackermann kritisiert Kritik

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verteidigte den Abbau von weltweit 6400 Stellen. Der Schweizer stellte die von der deutschen SPD angeheizte Kapitalismusdebatte in den Kontext früherer sozialistischen Regime Osteuropas.

Niemand wolle einen «Kapitalismus pur» und schon gar nicht einen Raubtier-Kapitalismus, sagte er laut Redetext. «Das sind Vokabeln aus der Zeit des realen Sozialismus, und wohin der geführt hat, ist ja bekannt.»

Die sogenannte Kapitalismusdebatte schaffe keinen einzigen Arbeitsplatz und sorge im Ausland für Kopfschütteln. Dort frage man sich, welche Vorbehalte es in Deutschland gegen ausländische Investoren gebe. Ackermann fügte hinzu, die Kritik an Deutschlands grösstem Institut und an seiner eigenen Person empfinde er als beschämend.

Erklärungen zum Abbau

Unterstützung erhielt Ackermann vom Verwaltungsratspräsidenten Rolf Breuer. «Es fällt uns nicht leicht, uns von Mitarbeitern trennen zu müssen, die in der Vergangenheit zum Erfolg der Bank beigetragen haben», versicherte er an der Generalversammlung.

«Doch sind wir auf Grund der gegenwärtigen, grossen Herausforderungen im Bankenwesen gezwungen, uns im internationalen Wettbewerb nicht nur zu behaupten, sondern unsere Stellung als globaler Anbieter zu festigen.»

Der Arbeitsplatzabbau solle dazu beitragen, im laufenden Jahr eine Rendite von 25 Prozent vor Steuern und Restrukturierungskosten zu erreichen. Damit könnte die Bank im internationalen Vergleich mithalten, läge aber noch lange nicht an der Spitze.

(sda)

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