Erst Reserve, nun Retter: Adebayor trifft plötzlich wieder am Laufmeter
Aktualisiert

Erst Reserve, nun RetterAdebayor trifft plötzlich wieder am Laufmeter

Emmanuel Adebayor erlebt bei Tottenham seinen zweiten Frühling. Nachdem er noch im Dezember bei der Reserve trainierte, ist er jetzt die Lebensversicherung seines Teams.

von
Benjamin Teicher

Für Emmanuel Adebayor war 2013 ein Jahr zum Vergessen. Bei Tottenham Hotspur musste der Stürmer untendurch. Noch viel schlimmer aber war der mysteriöse Tod seines Bruders. «Ich kann wirklich sagen, dass ich die schlimmste Zeit meines Lebens verbracht habe. Es war sehr schwer», erklärte der Togolese dem «Guardian». Einsatzzeiten sind für Fussballer bekanntlich die beste Medizin, doch die bekam Adebayor 2013 bei Tottenham nicht. Es kam sogar noch viel schlimmer: Der damalige Trainer André Villas-Boas liess den Mittelstürmer nicht einmal bei der ersten Mannschaft mittrainieren.

Damit war allen klar, dass die rosigen Zeiten des Togolesen wohl vorbei sind. Adebayors Karriere schien sich schon länger auf dem absteigenden Ast zu befinden. Skorte Adebayor bis 2009 bei Arsenal noch nach Belieben, fing seine Karriere mit dem Wechsel zu Manchester City an zu stagnieren. Sowohl in Manchester als auch bei Real Madrid (Ausleihgeschäft) und ab 2012 bei Tottenham wurde der Togolese nicht wirklich glücklich. Er konnte nicht an seine glorreichen Zeiten bei den Gunners anknüpfen.

Sherwood setzt auf Adebayor - mit Erfolg

Mit dem Rauswurf von André Villas-Boas im Dezember wurde Ex-Co-Trainer Tim Sherwood Übungsleiter. Dieser setzte fortan plötzlich auf Adebayor. Der 29-Jährige zahlt das überraschende Vertrauen zurück und trifft wie zu alten Zeiten am Laufmeter, so auch am Sonntag gegen Swansea, als er mit einem Doppelpack glänzte (3:1). Somit traf Adebayor in den letzten acht Pflichtspielen sechs Mal ins Schwarze. In unnachahmlicher Manier huscht die Nummer 10 mit grossen Schritten über den Platz und hat seine Coolness vor dem Kasten wiedergefunden, die ihn zu seinen besten Zeiten auszeichnete. «Er ist einer der besten Stürmer der Liga und fast nicht zu stoppen», schwärmt Sherwood von seinem Schützling.

Eine Entwicklung vom Reserven-Mann zur Lebensversicherung in so kurzer Zeit verdient höchste Anerkennung. «Ich habe die Chance zu spielen, was mich sehr glücklich macht. Das Vertrauen des Trainers tut gut», erklärt Adebayor seinen zweiten Frühling. Nach seinem Horror-Jahr habe er gewusst, dass «2014 besser sein wird».

Versöhnliche Töne gegenüber Villas-Boas

Die Sorgen des Togolesen seien nun ganz andere. «Vor zwei Monaten fragte ich mich immer, ob ich überhaupt im Kader stehen werde. Nun frage ich mich, wie ich im nächsten Spiel treffe.» Dank Sherwood seien Einsätze selbstverständlich.

Gegen Villas-Boas hegt Afrikas Fussballer des Jahres 2008 keinen Groll. «Er ist ein guter Manager. Vielleicht dachte er, ich sei nicht gut genug und schwerfällig im Training. Wir können es nicht beurteilen.» Der Portugiese habe «das Beste für sein Team gewollt». Eines ist klar: Adebayor ist derjenige, der seine Mannschaft aus der von Villas-Boas verursachten Krise herausgeschossen hat. Nun habe man laut Adebayor auch in der Liga «immer noch eine Chance».

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