Adecco kommt davon
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Adecco kommt davon

Die US-Börsenaufsicht SEC hat ihre Untersuchung der Bilanzprobleme bei der weltgrössten Temporärarbeitsfirma Adecco beendet. Wie Adecco am Dienstag mitteilte, empfiehlt die SEC keine Strafmassnahmen.

Endgültig ausgestanden ist die Buchhaltungsaffäre für Adecco allerdings noch nicht. Wie Adecco-Sprecher Axel Schafmeister sagte, ist in den USA eine Sammelklage von acht Klägern gegen das Unternehmen und einige leitende Manager und Ex-Manager hängig. Käufer von Adecco-Wertpapieren klagten dabei auf Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

Auch in der Schweiz

Auch die Schweizer Börse SWX hatte Ermittlungen wegen möglichen Verstosses gegen die Ad-hoc-Publizität eingeleitet. SWX-Sprecher Werner Vogt sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, diese Untersuchungen seien abgeschlossen. Die Resultate könnten allerdings derzeit nicht veröffentlicht werden, weil noch Rechtsmittelfristen laufen würden.

Die Eidgenössische Bankenkommission stellte ihre Untersuchungen ein. Sprecherin Tanja Kocher sagte, die erhobenen Daten seien an die Handelsplattform virt-x in London übermittelt worden. Die Bankenkommission sei für weiteres auf «stand by».

Adecco sieht sich seit Dezember auch mit einer in Frankreich eröffneten Untersuchung wegen mutmasslichen Verstosses gegen das Wettbewerbsgesetz konfrontiert. In diese Untersuchung sind auch die Temporärarbeitsunternehmen Manpower und Vedior verwickelt.

Unregelmässigkeiten nicht bestätigt

Adecco hatte seine Jahresbilanz 2003 erst Anfang Juni vergangenen Jahres mit viermonatiger Verspätung vorlegen können. Daraufhin war der Aktienkurs um gut 40 Prozent eingebrochen.

Grund war eine Sonderprüfung der Geschäfte in Nordamerika, bei denen Unregelmässigkeiten vermutet worden waren - was die Wirtschaftsprüfer aber nicht bestätigten. Die Kosten für die gesamte Prozedur schätzt Adecco auf 100 Mio. Euro. (sda)

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