Aktualisiert 11.08.2009 07:23

WirtschaftskriseAdecco mit 225 Millionen Franken Verlust

Nach einer Serie von Gewinn- und Umsatzeinbrüchen vermeldet Adecco für das zweite Quartal 2009 rote Zahlen: Der weltgrösste Arbeitskräftevermittler mit Sitz in der Schweiz hat 225 Mio. Franken Verlust geschrieben. Die Kosten werden weiter gesenkt.

Zwischen April und Juni 2008 verdiente Adecco noch 212 Mio. Euro. Der Umsatz brach im abgeschlossenen Quartal um 31 Prozent auf 3,59 Mrd. Euro ein, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

Für das erste Halbjahr 2009 weist Adecco 124 Mio. Euro Verlust aus, nach einem Gewinn von 349 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz in der ersten Jahreshälfte liegt bei 7,29 Mrd. Euro, was einem Rückgang um 29 Prozent entspricht.

Die Lage hätte in den meisten Märkten etwas entspannt, sagte der seit Juni amtierende Konzernchef Patrick De Maeseneire in der am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Die «beträchtlichen» Anstrengungen, die Kosten zu reduzieren, zahlten sich nun aus.

Die Restrukturierungskosten belaufen sich auf 54 Mio. Euro für den Zeitraum April bis Juni. Für das zweite Halbjahr sind weitere 40 Mio. Euro dafür veranschlagt.

Unter den Erwartungen

Allerdings rutschte auch das operative Ergebnis mit -173 Mio. Euro in die Verlustzone, nachdem vor einem Jahr noch 304 Mio. Euro verdient worden waren. Die vorgelegten Ergebnisse liegen deutlich unter den Erwartungen der meisten Analysten.

Auf dem Ergebnis lasten Wertberichtigungen von 192 Mio. Euro, wie der Konzern weiter bekannt gab. Im stark von der globalen Rezession getroffenen Markt Deutschland mussten Wertberichtigungen auf dem Goodwill von von 125 Mio. Euro vorgenommen werden.

Expansion in Grossbritannien

Gleichzeitig kündigte Adecco am Dienstag an, den britischen Mitbewerber Spring Group übernehmen zu wollen. Adecco bietet an, 62 Pence (1,11 Franken) pro Aktie zu bezahlen. Die Spring Group erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 517 Mio. Pfund (930 Mio. Franken nach aktuellem Wechselkurs).

Die Übernahme würde substantielle Synergieeffekte auf dem britischen Markt ermöglichen, schreibt De Maeseneire. Nach der Übernahme soll die Ländereinheit Grossbritannien und Irland unter der Führung des bisherigen Spring-Group-Chefs Peter Searle stehen.

Umsatzrückgänge allerorten

Sämtliche Adecco-Ländergesellschaften vermelden teilweise dramatische Umsatzeinbrüche. Im wichtigsten Markt Frankreich gingen die Erlöse um 34 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro zurück, in den USA und Kanada um 19 Prozent auf 543 Mio. Euro. In Deutschland sackte der Umsatz gar um 44 Prozent auf 229 Mio. Euro ab.

In der Schweiz und Österreich, wo Adecco allerdings nur 3 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet, ging der Umsatz um 37 Prozent auf 94 Mio. Euro zurück. In den Schwellenländern, die 7 Prozent zum Konzernumsatz beisteuern, wurden mit 266 Mio. Euro 7 Prozent weniger Einnahmen verbucht.

Die Situation für Adecco bleibe schwierig, teilte die Konzernführung mit. Allerdings sei im Juli eine gewisse Stabilisierung der Lage zu beobachten gewesen. Die Konzernführung verweist weiter auf die solide Bilanz des Personalvermittlers.

(sda)

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