Wegen Europa-Flaute : Adecco mit Problemen
Aktualisiert

Wegen Europa-Flaute Adecco mit Problemen

Adecco hat mit der schlechten Lage in Europa zu kämpfen und muss einen Gewinnrückgang verbuchen. Der Personalvermittler kann aber in den USA zulegen.

Adecco schreibt 113 Millionen Euro Gewinn.

Adecco schreibt 113 Millionen Euro Gewinn.

Der weltgrösste Personalvermittler Adecco hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 113 Mio. Euro und damit 20 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Vor allem die schleppende Konjunktur in Europa lähmt Adecco.

Der Betriebsgewinn auf Ebita-Ebene sank um 7 Prozent auf 185 Mio. Euro, wie Adecco am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz lag mit 5,2 Mrd. Euro 1,0 Prozent höher als vor einem Jahr. Zu konstanten Währungen ergab sich jedoch ein Minus von 3 Prozent, organisch ein Rückgang von 4 Prozent.

Gut gehalten hat sich das Geschäft mit Facharbeitern, das organisch um 2 Prozent zulegen konnte. Das generelle Vermittlungsgeschäft (-6 Prozent) hingegen litt unter einem starken Rückgang im Industriebereich von 8 Prozent. Der Bereich Büro hielt sich mit Minus 2 Prozent relativ stabil.

Gemischtes Bild in Europa

Konzernchef Patrick De Maeseneire rechnet damit, dass das Geschäft in Europa weiterhin unter Druck bleiben und die derzeitige milde Rezession weitergehen dürfte. Ein Einbruch wie bei der letzten Rezession 2008/09 sei allerdings nicht zu erwarten, sagte er am Donnerstag im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur AWP.

Aber auch in Europa sei das Bild gemischt. In Frankreich nimmt Adecco mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes ein. Mit Minus 13 Prozent musste der Personalvermittler im zweiten Quartal einen beträchtlichen Rückgang hinnehmen.

Generell sei Südeuropa schwach und werde es auch bleiben. Hingegen sei die Performance in den nordischen Ländern recht gut, sagte der Adecco-Chef. Auch Deutschland halte sich auf vergleichbarer Basis gut. «In der Fahrzeugindustrie haben wir sogar zusätzliche Leute vermitteln können», meinte De Maeseneire.

Überraschend positiv entwickeln sich die USA, wo der Umsatz leicht um 2 Prozent anstieg. In Nordamerika erwirtschaftet Adecco 19 Prozent des Gesamtumsatzes. De Maeseneire sieht hier auch keine grossen Änderungen. «Das Business in Nordamerika hält sich ziemlich gut. Und wir gehen davon aus, dass dies auch so bleibt», sagte er weiter.

Aktie unter Druck

Aufgrund der divergierenden Entwicklungen in den verschiedenen Regionen schaut Adecco vorsichtig in die Zukunft. Preisdisziplin und Kostenmanagement seien weiter zentral, um die Entwicklungen aufzufangen.

Die trüben Aussichten und schwachen Zahlen setzten die Adecco- Aktie am Donnerstag unter Druck. Die Papiere lagen zeitweise 2,9 Prozent im Minus, erholten sich aber wieder leicht und schlossen noch 1,3 Prozent tiefer als am Vorabend. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) notierte bei Börsenschluss 0,7 Prozent höher.

(sda)

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