Arbeitsvermittlung : Adecco mit tieferem Gewinn im dritten Quartal
Aktualisiert

Arbeitsvermittlung Adecco mit tieferem Gewinn im dritten Quartal

Stellenvermittler Adecco muss trotz guter Geschäfte einen Umsatzrückgang hinnehmen. Der Gewinn ist gar um 18 Prozent eingebrochen.

Der Gewinn von Adecco ist um 18 Prozent auf 118 Mio. Euro eingebrochen.

Der Gewinn von Adecco ist um 18 Prozent auf 118 Mio. Euro eingebrochen.

Der Stellenvermittler Adecco spürt die schwächere Wirtschaftslage und deren Folgen auf dem Arbeitsmarkt. Vor allem in der Industrie wurden weniger Arbeitskräfte gesucht. Hingegen waren IT-Spezialisten gefragt.

Den Umsatz konnte Adecco so im dritten Quartal bei 5,279 Mrd. Euro halten. Zu konstanten Wechselkursen sind die Erträge aber um fünf Prozent geschrumpft. Auf operativer Ebene blieb ein Gewinn von 197 Mio. Euro - 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dennoch reagierten die Anleger positiv. Der Aktienkurs stand am Mittag knapp 3 Prozent im Plus.

Addecos Konzerngewinn ist unter anderem wegen einer höheren Steuerbelastung um 18 Prozent auf 118 Mio. Euro zurückgegangen, wie Adecco am Dienstag mitteilte.

Zum Umsatz von 5,279 Mrd. Euro haben die Geschäfte in Frankreich mit einem Anteil von 1,348 Mrd. den Löwenanteil beigetragen. Zwar sind die Erträge auf diesem Markt organisch um 16 Prozent eingebrochen, dennoch ist Adecco in Frankreich weiterhin profitabel.

Nebst sinkenden Umsätzen kämpft Adecco in Frankreich mit Restrukturierungen. Das Unternehmen ist daran, die Marken Adia und Adecco zusammenzuführen. «Wir sind bei der Restrukturierung voll auf Kurs», sagte Konzernchef Patrick De Maeseneire im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. 350 Leute hätten bereits den freiwilligen Plan zum Ausstieg aus dem Unternehmen unterzeichnet. Insgesamt sollen 500 Stellen wegfallen.

Die Schuldenkrise macht sich aber auch in anderen Ländern bemerkbar. Die stärksten Rückgänge verzeichnet Adecco organisch in Japan und in Italien. Sie betrugen 15 respektive 14 Prozent. In der Schweiz liegen die Erträge organisch 11 Prozent tiefer als vor einem Jahr.

Wachsen konnte Adecco in Grossbritannien und Irland sowie in den Schwellenländern (je 9 Prozent). In Nordamerika ( 3 Prozent) hat insbesondere die Vermittlung von IT-Spezialisten zum Wachstum beigetragen.

Nach Segmenten betrachtet entwickelte sich das Geschäft mit Experten (Professional Staffing) besser als mit der Vermittlung von gewöhnlichen Jobs. Vor allem technisches Know-How war gefragt. Der Umsatz des Segments stieg um 12 Prozent respektive 2 Prozent zu konstanten Wechselkursen.

Im Segment General Staffing, in dem Industrie-Jobs und Büroarbeit vermittelt werden, ging der Umsatz um vier Prozent zurück respektive um 7 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Die Vermittlung von Industriearbeit entwickelte sich dabei schlechter (-8 Prozent respektive 9 Prozent zu konstanten Wechselkursen).

Für die Zukunft gibt sich Adecco vorsichtig. Die Umsätze haben sich auch zu Beginn des vierten Quartals abgeschwächt. Adecco will darum künftig noch mehr Kosten einsparen, was von Analysten positiv kommentiert wird.

Wenig Auswirkungen auf das Geschäft haben gemäss Konzernchef Patrick De Measeneire aber die US-Präsidentschaftswahlen. «Die US- Präsidentenwahl spielt für unser Business keine grosse Rolle», sagte er im Interview mit der AWP weiter. (sda)

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