Adecco wieder im Aufwind

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Adecco wieder im Aufwind

Der wegen Bilanzwirren um das vergangene Geschäftsjahr in die Schlagzeilen geratene Personalvermittlungskonzern Adecco ist auf den Pfad der Profitabilität zurückgekehrt.

Nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im zweiten Quartal blickt Konzernchef Jerome Caille zuversichtlich in die zweite Jahreshälfte.

Der Reingewinn erhöhte sich im zweiten Quartal 2004 im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um elf Prozent auf 95 Millionen Euro, wie Adecco am Dienstag bekannt gab. Darin enthalten sind 30 Millionen Euro Gewinn aus dem Verkauf der Internetstellenbörse jobpilot. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Im ersten Quartal hatte der weltgrösste Personalvermittler wegen der Kosten für die Bereinigung der Buchhaltungsprobleme einen Rückgang des Gewinns um mehr als die Hälfte hinnehmen müssen. Die Kosten im Zusammenhang mit der Verzögerung des Jahresabschlusses 2003 schlagen im zweiten Quartal mit 41 Millionen Franken zu Buche. Diese führen dazu, dass der operative Gewinn vor Amortisationen im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 155 Millionen Euro gesunken ist. Ohne diese Kosten wäre der operative Gewinn um 15 Prozent angestiegen.

Im Halbjahresvergleich resultiert noch ein um 17 Prozent tieferer Reingewinn von 125 Millionen Euro. Der Halbjahresumsatz erhöhte sich um drei Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung wurde um 132 Millionen auf 792 Millionen Euro reduziert.

Die weltweite Nachfrage nach Temporäranstellungen wächst laut Adecco weiter. Der Personalvermittlungskonzern erwartet, dass sich diese Nachfrage bis 2005 weiter verstärkt. Mittelfristig seien die Aussichten für die Profitabilität gut. Von den ausserordentlichen Kosten im Zusammenhang mit den Buchhaltungswirren von insgesamt rund 100 Millionen Euro verbleiben nun noch 17 Millionen. Dies bedeutet, dass die Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte 2004 im Vergleich zum ersten Semester weniger dadurch belastet wird.

Der Konzern erinnerte daran, dass die Buchhaltungsuntersuchung innerhalb der Gruppe keine materiellen finanziellen Abweichungen ans Licht gebracht habe. Ganz aus dem Schneider ist Adecco wegen hängiger Sammelklagen jedoch immer noch nicht. Die Frist zur Einreichung der Klagen läuft am 12. September ab, sagte der neue Adecco-Finanzchef John Fredholm. Angaben über die erwartete Zahl der Kläger und den Umfang der Klagen machte er jedoch nicht.

Analysten, die mit einem tieferen Reingewinn für das zweite Quartal gerechnet hatten, erwarten, dass die Zahl der Kläger beschränkt sein wird. Positiv ist für sie die stabilisierte Bruttomarge. Damit ernte Adecco erste Früchte der lange Zeit erfolgloser Massnahmen zur Wiederherstellung der Profitabilität. Trotzdem reagierte die Börse negativ: In den ersten Handelsstunden gab die Adecco-Aktie um 0,5 Prozent nach. (dapd)

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