Riesenslalom in AdelbodenNächster Schweizer Podestplatz in Adelboden

Loic Meillard fährt nach Führung im ersten Lauf auf den dritten Platz und macht den nächsten Schweizer Podestplatz perfekt. Marco Odermatt wird vierter, Caviezel und Murisier klassieren sich in den Top 10.

Der zweite Lauf von Loïc MeillardSRF

Es unterstreicht die grossen Leistungen des Schweizer Teams, dass man beim heutigen Ergebnis mit Loic Meillard auf dem dritten und Marco Odermatt auf dem vierten Platz mit fast schon einer Nuance Enttäuschung umgehen muss. Aber von Anfang an.

Wechselbad der Gefühle

Der erste Lauf wurde geprägt von einer Szene, die so niemand sehen will. Tommy Ford kommt im Steilhang aus dem Rhythmus, kracht in eines der Tore, schlägt hart mit dem Kopf am Boden auf und schlittert bewusstlos in die Netze. Das Rennen wurde sofort für 20 Minuten unterbrochen, Helfer scharrten sich um den Amerikaner, ein Rettungshelikopter der Rega kam angeflogen. Die gute Nachricht: Ford kam wieder zu Bewusstsein und konnte bei seinem Abtransport mit den Helfern kommunizieren. Nach letztem Stand aus dem Krankenhaus hat er sich bei seinem Sturz das Bein gebrochen.

Der Sturz von Tommy Ford

In starkem Kontrast dazu die Schweizer Leistung. Loic Meillard war mit der ersten Startnummer in diesen zweiten Riesenslalom von Adelboden gestartet und legte direkt eine Zeit vor, an die nicht einmal der unangefochtene Sieger von gestern, Alexis Pinturault, heran kam. Auch sonst lud die Leistung des Schweizer Teams in diesem ersten Lauf zum Träumen ein. Marco Odermatt klassierte sich auf dem dritten Zwischenrang, Justin Murisier und Gino Caviezel auf den Plätzen acht und neun.

Pinturaults Klasse

So durfte man sich als Schweizer Zuschauer zu Beginn des zweiten Laufs erst einmal zurück lehnen. Cedric Noger war der einzige Schweizer Vertreter im Entscheidungslauf ausserhalb der Top 10, er machte seine ersten Weltcuppunkte im Riesenslalom. Justin Murisier und Gino Caviezel zeigten auch im zweiten Lauf eine starke Leistung und durften sich am Ende über die Ränge sieben und zehn freuen. Und gefreut wurde sich, obwohl Murisier meinte: «Es wäre mehr drin gewesen». Marco Odermatt lag Kopf-an-Kopf mit dem Kroaten Zubcic, aber der von ihm als «Sausiech» betitelte Steilhang kostete den bislang Führenden des Weltcups ein noch besseres Ergebnis. Odermatt wurde Vierter.

Und dann der Auftritt von Alexis Pinturault. Der Franzose liess keinen Zweifel an seiner unbestechlichen Form und brachte einen Lauf ins Ziel, an dem nicht mehr zu rütteln war. Loic Meillard tat zwar noch sein Bestes und verlor auch gar nicht mal so viel Zeit auf den Franzosen, musste sich nach einem groben Schnitzer auf der Piste allerdings mit dem dritten Rang begnügen.

Und so sieht man sich als Schweizer Betrachter mit dem Luxusproblem konfrontiert, dass man trotz eines Podestplatzes und vier Fahrern in den Top 10 eine leicht nagende Enttäuschung verspürt. Wir können damit leben.

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Samstag, 9.1.2021

Die Fahrt von Loïc Meillard

«Ich habe gedacht: Scheisse, jetzt ist alles fertig»

Der drittplatzierte Loic Meillard beim Interview. Nach seinem grossen Fehler auf halber Strecke hat er nicht mehr wirklich an einen Podestplatz geglaubt, umso grösser war dann die Freude über den dritten Platz im Ziel.

Loic Meillard

Die Entscheidung. Meillard wird alles auspacken müssen, um Pinturault zu gefährden.

3 Zehntel Vorsprung hat der Schweizer im Starthaus. Der Vorsprung ist weg, aber es sind nur 14 Hundertstel Rückstand.

Aber nein! Riesenfehler von Meillard! Da steht er quer und kann sich gerade noch fangen.

Trotzdem ist er auf dem Podest! Dritter Rang für Meillard, 1.65 Sekunden Rückstand.

Alexis Pinturault

Was kann der Franzose zeigen? Gestern war er absolut unschlagbar mit zwei Laufbestzeiten.

Und jetzt zeigt er wieder, warum! Er baut seinen Vorsprung auf sage und schreibe 1.3 Sekunden aus, auf halber Strecke!

1.26 Sekunden Vorsprung hat Pinturault im Ziel! Was für ein Bomben-Lauf.

Marco Odermatt

Aber jetzt! Es geht um das Podest für Odermatt.

32 Hundertstel nimmt er mit aus dem ersten Lauf. Und er kann den Vorsprung noch ausbauen! 45 Hundertstel sind es jetzt.

Aber jetzt nur noch 19 Hundertstel, das wird so knapp!

Nein! Im Schlusshang verliert er wie Kilde vor ihm Zeit, 41 Hundertstel ist er hinter Zubcic. Zur Einfahrt in den Steilhang unterlief ihm ein Fehler.

Aamodt Aleksander Kilde

Der beste Norweger aus dem ersten Lauf.

Wenige Wimpernschläge trennen ihn von Zubcic, jetzt hat er aber sechs Hundertstel Rückstand. Und im Schlusshang verliert er nochmal ein wenig, 43 Hundertstel fällt er hinter den Kroaten zurück.

Filip Zubcic

Die besten fünf stehen noch oben. Zubcic nimmt einiges an Vorsprung mit aus dem ersten Lauf. Ein toller Lauf des Kroaten, sehr aggressiv und doch kontrolliert.

Auch zeitlich zahlt es sich aus, mit 80 Hundertstel Vorsprung übernimmt er die Führung.

Thibaut Favrot

Die Abstände sind wahnsinnig eng! 19 Hundertstel fehlen dem Franzosen, damit bleibt auch er hinter Caviezel.

Roland Leitinger

Einen Platz hat Caviezel schon mal gut gemacht, der Österreicher platziert sich hinter dem Schweizer auf dem dritten Rang mit 18 Hundertstel Rückstand. Murisier wird allerdings verdrängt.

Gino Caviezel

Weiter geht es aus Schweizer Sicht.

Caviezel hat am Start 29 Hundertstel Vorsprung auf Alipradini. Das wird ganz knapp, noch 3 Hundertstel trennen die beiden!

Eine gute Fahrt, aber es reicht nicht! 14 Hundertstel fehlen Caviezel auf die Spitze, damit verdrängt er Murisier vom zweiten Platz. Aber wieder ein Top 10 Ergebnis für Murisier und Caviezel.

Justin Murisier

Jetzt geht es ums Ganze. Justin Murisier steht oben.

Aliprandini ist sehr stark gefahren, Murisier muss alles auspacken. Aber er verliert oben schon viel Zeit auf den italiener. Dann findet er aber in den Lauf und ist im unteren Teil schneller als Prandini. Es reicht nicht ganz zur Führung, 48 Hundertstel Rückstand und der zweite Zwischenrang sind es im Ziel.

Luca de Aliprandini

'Endlich' will man sagen. Der Italiener kann Feller von der Spitze verdrängen. Aber auch er hat über eine halbe Sekunde seines Vorsrungs eingebüsst.

Alexander Schmid

Langsam aber sicher nähern wir uns den besten Fahrern aus dem ersten Lauf. Und immer noch ist Manuel Feller in Führung. 16 Plätze hat er sich vorgearbeitet. Der deutsche Alexander Schmid ist der nächste, der sich an seiner Zeit versucht.

Schmid nimmt mehr als eine Sekunde Vorsprung mit auf die Piste und trotzdem reicht es auch für ihn nicht! Zu viele Fehler, er büsst viel Zeit ein.

Update

Anscheinend gibt es ein Update bezüglich Tommy Ford, er soll gemäss Eurosport sein Bein gebrochen haben. Das sind nach den Befürchtungen um seinen Kopf fast schon gute Nachrichten.

Riccardo Tonetti

Jetzt wird es langsam spektakulär. Manuel Feller hat mit seinem zweiten Lauf jetzt schon ganze zehn Plätze gut gemacht. Auch der Italiener Tonetti kommt nicht an den Österreicher heran.

River Radamus

Auch der Team-Kollege vom gestürzten Ford kommt nicht an die Bestzeit von Feller heran, der Österreicher hat jetzt schon sechs Plätze gut gemacht in diesem zweiten Lauf. Im Ziel schickt Radamus noch Genesungswünsche an Ford in die Kamera.

Cedric Noger

Der Österreicher Manuel Feller führt im Moment, Noger nimmt aber 9 Hundertstel Vorsprung mit auf die Strecke. Aber das läuft gar nicht für den Schweizer, er hat auf halber Strecke schon fast eine Sekunde auf Feller verloren.

2.25 Sekunden Rückstand sind es im Ziel, ein Lauf zum Vergessen. Ein enttäuschender Schweizer Start in diesen zweiten Lauf, aber es sind trotzdem Weltcup Punkte für Noger.

2. Lauf

Der erste Schweizer Starter in diesem zweiten Lauf wird dann Cedric Noger sein, er hatte sich als 25. klassiert.

Mattias Roenngren

Der Schwede eröffnet den zweiten Lauf in Adelboden.

Roenngren kommt problemlos ins Ziel, die Fahrt sah aber auch nicht extrem dynamisch aus.

Tommy Ford

Kurz vor dem Start des 2. Laufs nochmal eine kleine Entwarnung bezüglich dem schwer gestürzten Tommy Ford. Der US-Amerikaner soll bei Bewusstsein sein und habe während seines Abtransports mit den Rettungskräften reden können.