Staatsbegräbnis: Adieu und Adiós, Hugo Chávez
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StaatsbegräbnisAdieu und Adiós, Hugo Chávez

Von Lukaschenko über Ahmadinedschad bis Sean Penn: Hugo Chávez' Staatsbegräbnis machte die Trauergäste emotional. Botschafter Markus Antonietti überbrachte die Berner Beileidsbekundungen.

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phi/AP/sda

Die Staatschefs von Argentinien, Uruguay und Bolivien hatten dem verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez am aufgebahrten Sarg schon am 7. März die letzte Ehre erwiesen, die Kollegen aus Kolumbien, Ecuador, Uruguay, Honduras, Peru und Mexiko landeten am Donnerstagabend in Caracas. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner reiste da schon wieder ab. «Wie gerne wäre ich da! Aber ich kann nicht: die Hitze, mein chronisch niedriger Blutdruck und der Arzt verbieten es mir», begründete sie auf Twitter.

Bis zur offiziellen Trauerfeier am Freitag um 17.30 Uhr fanden sich laut CNN etwa 50 Delegationen von Staats- oder Regierungschefs in der Militärakademie in der Hauptstadt ein. Unter den Trauergästen befand sich aber auch der US-Schauspieler Sean Penn, der mit Chávez befreundet war. 2011 wurde der Hollywoodstar vom Präsidenten gar als venezolanischer Botschafter in den USA ins Gespräch gebracht.

Botschafter Antonietti kondolierte für die Schweiz

Trauerprozession für Hugo Chávez in Venezuela

Die Schweiz wurde von Markus-Alexander Antonietti vertreten, wie das Department für auswärtige Angelegenheiten auf Anfrage von «20 Minuten» bestätigte. Der Diplomat aus Visp war Botschafter in Ecuador, bevor er 2010 nach Venezuela versetzt wurde. Der Walliser traf bei der Trauerfeier auch auf Vertreter des Iran, Kubas und Weissrusslands; gegen das Regime in Minsk hatte die Schweiz Visa- und Finanzsanktionen beschlossen.

Die Berner Beileidsbekundungen überbrachte mit Antonietti ein erprobter Diplomat. «Der Schweizer Botschafter kümmert sich um alles, was den Interessen des Landes nützt und unterlässt alles, was der Schweiz schaden könnte», sagte er einst der «Rhone Zeitung». «Ich sehe mich als Botschafter in ‹schwierigeren› Ländern, wo die Sicherheit nicht immer gewährleistet ist und die Lebensbedingungen nicht immer einfach sind.»

In dem lateinamerikanischen Land müsse man «stets gut aufpassen», doch seine in Südafrika, im Kongo, in Ecuador und in Guatemala gesammelten Erfahrungen würden ihm im Alltag oft weiterhelfen. Antonietti sagte in dem Interview aber auch: «Venezuela ist nicht der Mittelpunkt der Schweizer Interessen auf der Welt, da müssen wir uns keine Illusionen machen.»

Lukaschenkos PR, Penns Pein und Ahmadinedschads Faust

Bei der Trauerfeier wurden die Staatsvertreter aus aller Welt einzeln aufgerufen und begrüsst. Spaniens Kronprinz Felipe war der wohl bekannteste europäische Gast. Weissrusslands Diktator Alexander Lukaschenko vergoss beim anschliessenden musikalischen Vortrag der venezolanischen Hymne kamerawirksam eine erste Träne, während Sean Penns gerötete Miene schon eher von authentischer Betroffenheit zeugte.

Gleichzeitig löste die Feier grosse Gefühle bei der Bevölkerung aus, die sich zum «Public Viewing» auf der Strasse zusammengefunden hatte. Nach diesem Intermezzo wurden die Staatschefs in Achter-Gruppen an den Sarg gerufen, um des Toten mit Schweigeminuten zu gedenken. Eine Sonderbehandlung wurde Lukaschenko und Mahmud Ahmadinedschad zuteil: Der Weissrusse stellte sich mit seinem kleinen Sohn auf die eine, Irans Präsident auf die andere Seite. Nach seiner Andacht küsste Ahmadinedschad den Sarg und ballte die Faust.

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