Publiziert

Erhebliche UmsatzeinbussenAdler Modemärkte AG stellt wegen Corona Insolvenzantrag

Der Vorstand der Modekette Adler hat am Sonntag wegen Überschuldung der Gesellschaft beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen.

von
Raphael Knecht
Die Adler Modemärkte AG musste während der Corona-Krise erhebliche Umsatzeinbussen hinnehmen.

Die Adler Modemärkte AG musste während der Corona-Krise erhebliche Umsatzeinbussen hinnehmen.

Adler Modemärkte AG

Die Adler Modemärkte AG hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte das Unternehmen am späten Sonntagabend mit. Ziel sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren. Dabei werde der Geschäftsbetrieb unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt. Der Antrag sei beim Amtsgericht Aschaffenburg gestellt worden.

Auslöser seien die erheblichen Umsatzeinbussen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schliessungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des Lockdowns in der Corona-Krise. Es sei nicht möglich gewesen, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds oder durch Investoren zu schliessen.

Zwei Märkte in der Schweiz

Der Vorstand bleibe weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt. Zur Unterstützung habe dieser Rechtsanwalt Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten bestellt. Auch die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH, jeweils 100-prozentige Tochtergesellschaften, hätten beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

Die Adler Modemärkte AG betreibt nach eigenen Angaben derzeit 171 Märkte, davon 142 in Deutschland und zwei in der Schweiz, sowie einen Onlineshop. «Die Tochtergesellschaften in der Schweiz, Österreich, und Luxemburg sind nicht Teil des Insolvenzantrags», versichert eine Sprecherin gegenüber 20 Minuten. Die Märkte in der Schweiz seien weiterhin geöffnet.

Laut dem Unternehmen erzielte die Gruppe im Jahr 2019 einen Umsatz von 495,4 Millionen Euro. Zum 30. September 2020 habe sie rund 3350 Mitarbeiter beschäftigt.

(DPA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.