Adliswil ZH/Genf: Adliswiler Messerstecher wird ausgeschafft

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Adliswil ZH/GenfAdliswiler Messerstecher wird ausgeschafft

Ein Brasilianer, der wegen einer Vielzahl von Delikten mit der Justiz in Konflikt geraten ist, muss die Schweiz verlassen. Mit seinem Rekurs blitzte er auch vor Bundesgericht ab.

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Das Bundesgericht weist die Beschwerde des Brasilianers gegen seine Ausschaffung deutlich ab.

Das Bundesgericht weist die Beschwerde des Brasilianers gegen seine Ausschaffung deutlich ab.

Der damals 24-jährige Brasilianer hatte am Morgen des 13. Dezembers 2008 einen 25-jährigen Schweizer in dessen Wohnung in Adliswil niedergestochen. Dieser überlebte trotz drei tiefen Messerstichen. Der Brasilianer wollte beim Schweizer Cannabis kaufen, wobei es zum Streit kam. Nach verbalen Auseinandersetzungen und einem Faustschlag des Dealers zückte der Täter das Messer und stach zu.

Das Bezirksgericht Horgen verurteilte ihn anschliessend nicht nur für versuchte vorsätzliche Tötung, sondern auch für Gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, Vergehen gegen das Waffengesetz sowie Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz musste er sich verantworten. Zudem war er an einer Einbruchserie in Adliswil, Zürich und Zug beteiligt.

Sieben Jahre Gefängnis lautete daraufhin das Urteil. Da der Verurteilte aber an paranoider Schizophrenie leidet, wurde die Strafe zugunsten einer Massnahme für junge Erwachsene aufgeschoben. Das Migrationsamt des Kantons Zürich hatte ihn bereits früher wegen anderer Delikte verwarnt und darauf aufmerksam gemacht, dass er «schwerwiegende fremdenpolizeiliche Massnahmen» zu erwarten hätte, sollte er erneut straffällig werden.

Ausschaffung trotz geringem Rückfallrisiko

Am 31. Mai 2013 entzog das Migrationsamt dem Brasilianer schliesslich die Aufenthaltsbewilligung. Sein Rekurs bei der Sicherheitsdirektion wurde abgewiesen. Dieser Entscheid bestätigte das Zürcher Verwaltungsgericht und auch das Bundesgericht wies in der Folge die Beschwerde deutlich ab, wie die «Zürichsee-Zeitung» am Donnerstag schreibt. Sie zitiert: «Mit Blick auf die Höhe des Strafmasses und die übrigen Umstände waren dem Rechtsmittel keine realistischen Erfolgsaussichten beschieden.»

Obwohl das Rückfallrisiko beim heute 29-Jährigen als gering eingeschätzt werde, wiege in diesem Fall die Schwere der Tat stärker. Trotz seinen 15 Jahren in der Schweiz und der Tatsache, dass er Vater einer Tochter ist - zu der er jedoch kaum Kontakt habe - schätzen die Bundesrichter eine Ausweisung als zumutbar ein.

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