Aktualisiert 28.02.2012 22:28

«Eine andere Welt»

Admir im Wunderland

1600 Kilometer liegen zwischen Zürich und Kiew: Zwischen dem FCZ und Dynamo liegen Welten. Admir Mehmedi staunt und geniesst.

von
Sandro Compagno
Die U21-Europameisterschaft als Bewerbung: Admir Mehmedi im (verlorenen) Final gegen Spanien.

Die U21-Europameisterschaft als Bewerbung: Admir Mehmedi im (verlorenen) Final gegen Spanien.

«Es ist eine andere Welt», sagt der 21-jährige Stürmer. Er meint damit nicht die ukrainische Hauptstadt. Die kennt er kaum, dort hat er erst eine Woche verbracht. Die übrige Zeit war er im Trainingslager in Andalusien und Israel. Wenn er von einer anderen Welt spricht, meint er das Trainingszentrum von Dynamo, das so gar nichts mit den semi-professionellen Verhältnissen in der Zürcher Allmend Brunau zu tun hat. Und er meint den Druck, den er auf Schritt und Tritt spürt: «Dynamo will jedes Spiel gewinnen.» Schon im Training gehe es zur Sache. «Ich habe überall Schürfungen an den Beinen», sagt Admir Mehmedi und lacht.

Er lacht oft, wenn er von seinem neuen Leben erzählt: Von seinen ukrainischen Mitspielern, mit denen er sich nicht verständigen kann. Von den Dynamo-Bossen, die ihn an der U21-EM sahen und unbedingt wollten: «Die letzten sechs Monate in Zürich haben ja nicht wirklich geholfen ...» Oder vom Trainingslager in Marbella, wo Dynamo neben GC trainierte: «Teamkollegen haben mich gefragt: Sind die aus der zweiten Liga?»

Sieben Testspiele bestritt Dynamo Kiew in den letzten Wochen. Siebenmal stand der schweizerisch-mazedonische Doppelbürger in der Startelf, schoss dabei drei Tore und glänzte noch öfter als Vorbereiter. Im Gegensatz zur Nati, wo er heute als einzige Spitze aufläuft, agiert er in seinem neuen Klub als Spielmacher.

Am Sonntag beginnt in der Ukraine die Rückrunde: Leader Dynamo trifft im Derby auf Arsenal Kiew. Drei Teams dominieren die Meisterschaft: Shaktjar Donezk und Metallist Charkow sind Dynamo auf den Fersen. Das Ziel des Traditionsklubs ist klar. Mehmedi: «Wenn wir nicht Erster oder Zweiter werden, ist die Hölle los.»

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