Mit 55 Weltmeister: Adolf Hännis verrückte Geschichte
Aktualisiert

Mit 55 WeltmeisterAdolf Hännis verrückte Geschichte

55-jährig und erstmals Weltmeister: Adolf Hänni gewann mit Fahrer Pekka Päivärinta (Fi) den WM-Titel bei den Seitenwagen – eine verrückte Geschichte.

von
Peter Berger
Goldduo: Päivärinta (l.) und Hänni.

Goldduo: Päivärinta (l.) und Hänni.

Adolf Hänni ist schon fast seit Urzeiten ein «Plampi». 1983 bestritt er beim GP in Spa (Be) sein erstes Seitenwagen-Rennen als Passagier. In den 28 Saisons resultierte bisher sechsmal Platz 2 und dreimal Rang 3. «Dass es nun erstmals zum Weltmeistertitel gereicht hat, ist eine grosse Genugtuung. Ich bin froh, habe ich nicht vorher aufgehört», so der 55-jährige Thuner Garagier. 1997 wurden die Seitenwagen aus dem GP-Programm der Soloklassen gestrichen. Seither fahren sie als Rahmenprogramm von DTM oder Super­bike-WM über die Strecken.

Ob Hänni nochmals eine Saison anhängt, will er bis Oktober entscheiden. «Die Anerkennung, als Weltmeister am Start zu stehen, möchte ich schon noch geniessen», macht er aus seinen Absichten kein Geheimnis. Auch wenn er weiss: «Ein 55-Jähriger ist für das Image des Spitzensports nicht gut.» Aber eben: Hänni gehört weiterhin zu den Besten. «Routine, Cleverness und technisches Know-how», bezeichnet er als seine Vorteile. Der Berner Oberländer sorgt sich auch um seinen Fahrer Pekka Päivärinta: «Wenn ich aufhöre, ist auch seine Karriere zu Ende.» Denn der 39-jährige Finne ist beim Hänni Racing Team angestellt.

Körperlich steht einer 29. Saison dank dem täglichen Besuch im Fitnessstudio nichts im Weg. Seine Karriere hängt von den Finanzen ab. Als Teambesitzer muss Hänni das Budget von 100 000 auf 200 000 Franken verdoppeln. «Wir brauchen einen neuen Motor, sonst sind wir nicht mehr konkurrenz­fähig.» Doch das Geld ist ein Problem: «Der WM-Titel ist nur für die Statistik. Es gibt zwar eine Goldmedaille, aber null Franken.»

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