USA: Adoptierter findet heraus, dass er im gleichen Spital wie seine Mutter arbeitet

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USAAdoptierter findet heraus, dass er im gleichen Spital wie seine Mutter arbeitet

Als 15-Jährige gab Holly Shearer ihr Kind zur Adoption frei. Nach jahrelanger Suche ist der 20-Jährige dank einem Geburtstagsglückwunsch auf Facebook nun wieder mit seiner Mutter vereint. Zuvor hatten die beiden zwei Jahre lang im gleichen Spital gearbeitet.

von
Benedikt Hollenstein
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Vor zwanzig Jahren adoptierten Angela (links) und Brian Hulleberg den neugeborenen Sohn der damals 15-jährigen Holly Shearer.

Vor zwanzig Jahren adoptierten Angela (links) und Brian Hulleberg den neugeborenen Sohn der damals 15-jährigen Holly Shearer.

HCA Healthcare’s St. Mark’s Hospital
Einige Jahre nachdem der Kontakt zu Shearer abgebrochen war, machte sich Benjamin Shearer auf die Suche nach seiner Mutter – erfolglos.

Einige Jahre nachdem der Kontakt zu Shearer abgebrochen war, machte sich Benjamin Shearer auf die Suche nach seiner Mutter – erfolglos.

HCA Healthcare’s St. Mark’s Hospital
Bis sie ihn vor sechs Monaten unverhofft auf Facebook kontaktierte.

Bis sie ihn vor sechs Monaten unverhofft auf Facebook kontaktierte.

Facebook/Holly Shearer

Darum gehts

  • Nach über zwanzig Jahren hat Benjamin Hulleberg erstmals wieder seine leibliche Mutter getroffen.

  • Zuvor hatte er jahrelang nach Holly Shearer gesucht – ohne zu wissen, dass sie im gleichen Spital arbeitete wie er.

  • Nach einer Nachricht auf Facebook kam es zu einer emotionalen Wiedervereinigung zwischen den beiden Familien.

Vor zwanzig Jahren entschied sich Holly Shearer, im Alter von 15 Jahren, ihren kürzlich geborenen Sohn zur Adoption freizugeben. Angela und Brian Hulleberg adoptierten den kleinen Benjamin damals und hielten über drei Jahre lang regelmässig Kontakt zur leiblichen Mutter, bevor die Briefe nach und nach abnahmen und schliesslich 2014 auch die Adoptionsagentur ihre Türen schloss.

Benjamin, der seine leibliche Mutter nur bei ihrem Vornamen kannte, wuchs derweil im Haushalt der Hullebergs gemeinsam mit zwei Geschwistern auf. Mit steigendem Alter wuchs beim heute 20-Jährigen auch das Verlangen, mithilfe seiner Adoptiveltern Holly zu finden und mit ihr Kontakt aufzunehmen. Doch die Wiedervereinigung sollte auf ganz andere Weise geschehen.

«Wollte sein Leben nicht durcheinanderbringen»

Auch Holly Shearer suchte nach ihrem Sohn und wurde auf Facebook fündig. «Er war 18 Jahre alt, als ich sein Profil fand. Ich zögerte, ihn zu kontaktieren», so die heute 36-Jährige. «Er hatte sein eigenes Leben, und das wollte ich nicht unnötig durcheinanderbringen.» Vor sechs Monaten schickte sie ihm schliesslich eine Nachricht, in der sie ihm zum Geburtstag gratulierte.

Nachdem Holly Benjamin erklärt habe, wer sie sei, sei es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen. «Ich habe geweint, es waren alles sehr positive Emotionen», so der 20-Jährige gegenüber «Good Morning America». Danach ging es Schlag auf Schlag: Die beiden verabredeten sich für den nächsten Tag mit ihren Familien zu einem gemeinsamen Nachtessen. «Ich konnte nicht länger warten. Ich habe 20 Jahre gewartet, das war lange genug für mich», so Benjamin.

Beim Abendessen kam es schliesslich zur emotionalen Wiedervereinigung. «Benjamin kam zu mir und tippte mir auf die Schulter, und danach haben wir uns fünf Minuten lang umarmt und geweint», sagt Shearer. Über drei Stunden sassen die beiden Familien zusammen und tauschten sich über die Geschehnisse der letzten zwanzig Jahre aus.

Seit zwei Jahren Arbeitskollegen

Dabei stellte sich auch heraus, dass eine zufällige Wiedervereinigung vielleicht schon viel früher hätte passieren können. Mutter und Sohn arbeiten nämlich beide seit zwei Jahren im St. Mark’s Spital in Salt Lake City. Während Shearer als Assistenzärztin in der Herzabteilung arbeitet, hilft Hulleberg auf der Intensivstation für Neugeborene aus. Die beiden parkten in derselben Garage, arbeiteten zeitweise vielleicht sogar auf demselben Stockwerk.

Umso mehr freut sich Benjamin Hulleberg nun über die Möglichkeit, jeden Morgen bei einem Kaffee mit seiner leiblichen Mutter zusammenzusitzen. «Es ist aufregend. Ich bin Teil seines Lebens. Zu wissen, dass ich ihn jederzeit anrufen kann, ist toll», so Shearer.

Benjamin Hulleberg will auch den Leuten Hoffnung machen, die weiterhin auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern sind. «Gebt nicht auf. Ich fühlte mich zeitweise auch so, als hätte ich aufgegeben, nachdem ich erfolglos so viele Dinge probiert hatte. Es kam, als ich es am wenigsten erwartet hatte.» Die Wiedervereinigung mit seiner biologischen Familie beschreibt der 20-Jährige als eine sehr heilende Erfahrung. «Ich fühle mich sehr komplett. Ich fühle mich, als wäre ich bereit, mein Leben endlich fortzusetzen.»

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