Aktualisiert 16.07.2008 21:50

Adscreen-Kameras: Big Brother zur Konsumanalyse

Schweizer Adscreens sollen künftig mit Kameras ausgerüstet werden, um potentielle Kunden zu beobachten. Die Testphase läuft noch dieses Jahr an.

von
Alex Hämmerli

Wie im Film «Minority

Report» vorgelebt, sollen Schweizer Passanten schon bald von digitalen Werbe­plakaten registriert werden. Noch dieses Jahr werden erste Adscreens des Unternehmens IP Multimedia an ausgewählten Orten innerhalb der Schweiz mit Kameras ausgestattet. Diese liefern Daten darüber, wie lange und von wem eine Werbung angeschaut wird. Mit Hilfe eines Programms der Pariser Softwarefirma Quividi kann dabei beispielsweise unterschieden werden, ob es sich bei der Zielperson um einen älteren Mann oder eine junge Frau handelt. Zudem ­registriert das System Umwelteinflüsse wie etwa die Witterung.

Sollte die Testphase ein Erfolg sein, ist damit zu rechnen, dass das Messsystem bereits 2009 ­flächendeckend in der Schweiz eingeführt wird. Im Ausland jedenfalls messen bereits rund 200 Firmen mit dem System die Effizienz ihrer Adscreens. Kamera­überwachung als Mittel zur Marktforschung kollidiert nicht mit den Schweizer ­Datenschutzrichtlinien: Die ­Aufnahmen werden nicht gespeichert, es werden lediglich Daten erfasst, verarbeitet und weitergeleitet. Dies dürfte die Privatsphäre der gefilmten Personen nicht tangieren.

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