GP in Indianapolis: Aegerter knapp am Podest vorbei
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GP in IndianapolisAegerter knapp am Podest vorbei

Dank einem Blitzstart fährt Dominique Aegerter in Indianapolis auf den fünften Rang. Tom Lüthi und Randy Krummenacher enttäuschen. Der Sieg geht an Esteve Rabat.

Wieder ein Spitzenplatz für Dominique Aegerter: Beim Moto2-GP in Indianapolis wird der 22-jährige Rohrbacher Fünfter, nur 2,7 Sekunden hinter dem spanischen Sieger Esteve Rabat. Tom Lüthi und Randy Krummenacher enttäuschten mit den Rängen 13 und 20.

Aegerter legte wieder einmal einen seiner berühmten Blitzstarts hin: Nach zwei Kurven war der Trainings-12. bereits Fünfter, konnte sich während der 25 Runden aber nicht mehr verbessern. Dabei lag sein dritter Podestplatz nach Valencia 2012 und Assen Ende Juni dieses Jahres durchaus in Reichweite. Auf den Dritten, WM-Leader Scott Redding, betrug der Rückstand am Schluss nur gerade 0,933 Sekunden. Der Brite baute seine Führung um drei Zähler aus, weil er im Finish seinen spanischen WM-Verfolger Pol Espargaro auf Rang 4 verweisen konnte. Beide Fahrer steigen nächste Saison in die MotoGP auf.

Aegerter: «Es war ein langes und hartes Rennen. Bei den drei verschiedenen Asphalt-Arten war ein reifenschonendes Fahren gefragt. Mit meinem Start bin ich natürlich zufrieden und mit Rang fünf habe ich auch mein Ziel, immer in die Top fünf zu fahren, erreicht. Doch es ist halt schon reizvoll, wieder einmal auf dem Podest stehen zu können.»

Trotz dieses erneuten Spitzenplatzes hat sich die Ausgangslage in der WM für den Sonnyboy nicht verbessert. Sein Rückstand auf den WM-Dritten Esteve Rabat wuchs von fünf auf 19 Zähler an. Der Spanier hatte in der drittletzten Runde den lange Zeit überlegen in Führung liegenden Japaner Takaaki Nakagami überholt, der kurz vor seinem Premierensieg die Reifen ein bisschen zu stark strapazierte. Für den 24-jährigen Rabat war es im 118. WM-Rennen erst der zweite Sieg nach dem GP von Spanien in diesem Frühling.

Lüthi zweimal Opfer von Remplern

Nicht nach Wunsch lief es für Tom Lüthi. Der 125er-Weltmeister von 2005, der im Qualifying wegen eines unverschuldeten Sturzes nach einem Rempler von Ricard Cardus nur Rang 14 belegte («Er hat sich sofort nach dem Training entschuldigt»), fiel nach einer Runde auf Position 21 zurück. Grund dafür war nicht etwa ein verpatzter Start, sondern ein erneut unverschuldeter Zwischenfall in Kurve 4. «Ich hatte einige Positionen gutgemacht, das fuhr mir Mattia Pasini ins Vorderrad. Ich konnte einen Sturz nur knapp vermeiden», erklärte der 26-jährige Emmentaler. Seine Aufholjagd endete auf Rang 13, was wenigstens noch drei WM-Punkte einbrachte. «Mehr war fast nicht mehr möglich, weil ich so weit hinten im Verkehr aufgehalten wurde.»

Krummenacher körperlich am Anschlag

Ein Wochenende zu Vergessen gabs für den 23-jährigen Zürcher Oberländer Randy Krummenacher. Aegerters Teamkollege wurde nur Zwanzigster, war wegen seiner zwei vor der Sommerpause auf dem Sachsenring gebrochenen Finger und der anschliessenden Operation stark handicapiert. «Mit jeden Training wurden die Probleme grösser statt kleiner. Nach fünf Runden häuften sich meine Fehler, ich fuhr körperlich am Anschlag, verbremste mich ständig.»

Krummenacher wird nun nicht direkt von Amerika zum nächsten Rennen in einer Woche, dem GP von Tschechien in Brünn, reisen, sondern einen Umweg über die Heimat machen. «Ich muss mich nochmals vom Arzt untersuchen lassen und werde auch mit meinem Konditionstrainer das weitere Vorgehen besprechen.»

30. Sieg für Marc Marquez

In der MotoGP geht die Marquez-Show weiter. Der 20-jährige Überflieger, letztes Jahr Weltmeister in der Moto2, dominierte alle sechs Trainings und überholte nach sieben von 27 Runden zuerst Honda-Teamkollege Dani Pedrosa (2.) und nach zwölf Runden Weltmeister Jorge Lorenzo (3., Yamaha). Marquez, der erst als dritter Fahrer in einer Saison drei verschiedene Rennen in einem Land gewinnen konnte (nach Casey Stoner 2011 und Lorenzo 2010 jeweils in Spanien), baute seine WM-Führung aus, liegt jetzt mit 188 Zählern vor Pedrosa (167) und Lorenzo (153). Mit seinem nun 30. Sieg hat er in der ewigen Bestenliste den Schweizer Luigi Taveri eingeholt.

Das Moto3-Rennen gewann zum 3. Mal in dieser Saison Alex Rins. Der Spanier schlug seine KTM-Konkurrenten Alex Marquez, den drei Jahre jüngeren Bruder von MotoGP-Überflieger Marc Maquez, der seinen ersten Podestplatz feiern konnte, und Maverick Viñales um 0,177 bezw. 1,076 Sekunden. WM-Leader Luis Salom musste sich mit Rang fünf begnügen.

GP von Indianapolis. MotoGP (27 Runden à 4,216 km = 113,8 km): 1. Marc Marquez (Sp), Honda, 44:52,463 (152,2 km/h). 2. Dani Pedrosa (Sp), Honda, 3,495 Sekunden zurück. 3. Jorge Lorenzo (Sp), Yamaha, 5,704. 4. Valentino Rossi (It), Yamaha, 19,895. 5. Cal Crutchlow (Gb), Yamaha, 19,995. 6. Alvaro Bautista (Sp), Honda, 20,061. - Schnellste Runde (18.): Marquez 1:39,044 (153,2 km/h). - 23 Fahrer gestartet, 19 klassiert.

WM- Stand (nach 10 von 18 Rennen): 1. Marquez 188. 2. Pedrosa 167. 3. Lorenzo 153. 4. Rossi 130. 5. Crutchlow 127. 6. Stefan Bradl (De), Honda, 93.

Moto2 (25 Rd = 105,4 km): 1. Esteve Rabat (Sp), Kalex, 43:47,432 (144,4 km/h). 2. Takaaki Nakagami (Ja), Kalex, 0,766. 3. Scott Redding (Gb), Kalex, 1,741. 4. Pol Espargaro (Sp), Kalex, 2,628. 5. Dominique Aegerter (Sz), Suter, 2,708. 6. Simone Corsi (It), Speed Up, 8,528. - Ferner: 13. Tom Lüthi (Sz), Suter, 14,513. 20. Randy Krummenacher (Sz), Suter, 33,679. - Schnellste Runde (5.): Julian Simon (Sp), Kalex, 1:43,511 (146,6 km/h). - 32 Fahrer gestartet, 31 klassiert.

WM-Stand (9/17): 1. Redding 159. 2. Espargaro 133. 3. Rabat 113. 4. Aegerter 94. 5. Mika Kallio (Fi), Kalex, 90. 6. Johann Zarco (Fr), Suter, 75. - Ferner: 12. Lüthi 49. 18. Krummenacher 20.

Moto3 (23 Rd = 96,96 km): 1. Alex Rins (Sp), KTM, 41:37,200 (139,7 km/h). 2. Alex Marquez (Sp), KTM, 0,177. 3. Maverick Viñales (Sp), KTM, 1,076. 4. Jonas Folger (De), Kalex-KTM, 8,638. 5. Luis Salom (Sp), KTM, 9,261. 6. Arthur Sissis (Au), KTM, 14,439. - Schnellste Runde (7.): Viñales 1:47,433 (141,2 km/h). - 33 Fahrer gestartet, 21 klassiert.

WM-Stand (9/17): 1. Salom 183. 2. Viñales 174. 3. Rins 167. 4. Folger 94. 5. Marquez 90. 6. Miguel Oliveira (Por), Mahindra, 77.

Nächstes Rennen: GP von Tschechien in Brünn am 25. August. (si)

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