Moto2: Aegerters Papa muss nicht mehr zahlen

Aktualisiert

Moto2Aegerters Papa muss nicht mehr zahlen

Tom Lüthis Schweizer Rivalen Dominique Aegerter (20) und Randy Krummenacher (21) werden immer besser.

von
Klaus Zaugg
Le Mans
Dominique Aegerter: Sein Vater muss nicht mehr für ihn aufkommen.

Dominique Aegerter: Sein Vater muss nicht mehr für ihn aufkommen.

Die vermeintlichen «Hinterbänkler» werden schneller. Tom Lüthi startet zum GP von Frankreich in Le Mans aus der ersten Reihe (2.) – aber Dominique Aegerter (10.) und Randy Krummenacher (16.) liegen beide weniger als eine halbe Sekunde zurück.

Krummenachers belgischer Teamchef Gary Reinders, der seine Karriere 1992 bei Kevin Schwantz begonnen hat, weiss, warum das so ist und sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Randy hat gelernt zuzuhören. Sein Saisonstart war ein einziges Desaster. Er glaubt, er wisse schon, wie es laufe. Nun hat er realisiert, dass er gar nichts weiss, hört zu und lernt.»

Stetige Steigerung - und kein Limit nach vorne

Die Steigerung lässt sich statistisch belegen: 29. im Training und 27. im Rennen beim Saisonauftakt in Katar, 28. im Training und 27. im Rennen in Jerez und zuletzt vor zwei Wochen in Estoril der Durchbruch: 25. im Training und mit Platz 7 im Rennen die ersten WM-Punkte. Hier in Le Mans hat er mit Rang 16 das bisher beste Trainingsresultat herausgefahren. Reinders sagt auch: «Er hat sehr viel Potenzial. Es gibt keine Limite nach vorne.»

Aegerters Fortschritte machen sich bezahlt

Ähnlich sind die Fortschritte bei Dominique Aegerter: Zuletzt war er in Estoril im Training (5.) und im Rennen (4.) so gut wie noch nie und auch in Le Mans hat er im Training mitgehalten (10.). Die Fortschritte machen sich inzwischen finanziell bezahlt: Sein Team hat die Prämien pro WM-Punkt gegenüber der letzten Saison von 100 auf 150 Euro erhöht und neu wird er von Marc Biver und Toni Rominger vermarktet. Er steht er schon bei 2400 Euro Prämien. Dank der neuen Vermarktung braucht Aegerter in seiner fünften GP-Saison erstmals keine finanzielle Unterstützung der Eltern. «Sie mussten noch letzte Saison rund 80 000 Franken beisteuern. Das ist jetzt nicht mehr notwendig.» Papa Aegerter – der Kultgaragist «Fere» Aegerter aus Rohrbach bei Huttwil, muss also nicht mehr zahlen.

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