Ägypten beschwert sich bei der Schweiz über Fax-Affäre
Aktualisiert

Ägypten beschwert sich bei der Schweiz über Fax-Affäre

Ägypten hat den Schweizer Botschafter, Charles-Edouard Held, ins Aussenministerium in Kairo bestellt und gegenüber der Schweiz ihren Unmut über die Fax-Affäre ausgedrückt.

Die Deutsche Presse-Agentur dpa meldete am Donnerstag unter Berufung auf die Kairoer Tageszeitung «El-Akhbar», die ägyptische Regierung habe Held am Sonntag erklärt, dass es «inakzeptabel sei», ein derartiges Dokument an die Presse weiterzureichen.

Der Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Jean-Philippe Jeannerat, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, Held habe dort das Bedauern der Schweizer Regierung ausgedrückt, sich aber nicht für den Vorfall entschuldigt.

Weiter habe der Botschafter erklärt, dass diese «Indiskretion nicht dem Willen der Regierung entspricht». Held habe gegenüber den Ägyptern aber nicht detaillert Stellung nehmen können.

Er habe dabei auf die beiden laufenden Untersuchungen des Bundesanwaltschaft und der Miliärjutziz verwiesen. Wegen der Gewaltentrennung habe der Bundesrat darüber keine weiteren Informationen, sagte Jeannerat.

Der «SonntagsBlick» hatte am 8. Januar berichtet, dass der Schweizer Geheimdienst (SND) einen Fax des ägyptischen Aussenministeriums an die ägyptische Botschaft in London abgefangen habe.

Darin sei von 23 irakischen und afghanischen Bürgern die Rede, die auf einem US-Stützpunkt in Rumänien vom US-Geheimdienst CIA verhört worden seien. Ähnliche Verhörzentren gebe es in der Ukraine, im Kosovo, in Mazedonien und Bulgarien.

(sda)

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