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Nach RücktrittÄgypten feiert die ganze Nacht Mubaraks Rücktritt

Nach dem Rücktritt von Staatschef Hosni Mubarak kennt der Jubel der Ägypter keine Grenzen mehr. Das Land am Nil feierte die ganze Nacht die grösste Party seit Jahrzehnten. Überall gab es Hupkonzerte, Feuerwerke und Freudenschüsse.

Auf dem Tahrir-Platz, dem Zentrum der Demokratiebewegung in Kairo, tanzten und hüpften Hunderttausende Regimegegner unter ägyptischen Fahnen. «Das Volk hat das Regime gestürzt», skandierten Demonstranten.

Auch im Ausland kam es spontan zu zahlreichen Freudenfeiern. Im Jemen, wo kürzlich der seit 32 Jahren regierende Präsident Ali Abdullah Saleh erklärte, auf eine erneute Kandidatur zu verzichten, strömten am Freitag im ganzen Land Menschen auf die Strassen, um den Ägyptern zu gratulieren.

Hunderte waren es allein in der Hauptstadt Sanaa. «Herrscher, es wird Zeit aufzuwachen! Hosni Mubarak ist gestürzt», riefen einige.

Palästinenser feiern

Im Gazastreifen brachten Tausende Palästinenser den Verkehr zum Erliegen, als sie in Gaza-Stadt Feuerwerke zündeten und durch die Strassen zogen. Im Westjordanland feierten in Ramallah etwa 300 Palästinenser das Ende der Ära Mubarak.

Im Londoner Nobel-Viertel Mayfair bejubelten etwa 200 Menschen vor der ägyptischen Botschaft mit Sprechchören wie «Bye bye, Mubarak» den Rückzug des Autokraten. Anschliessend zogen sie mit Trommeln weiter.

Im New Yorker Bezirk Queens fielen sich Dutzende Menschen mit ägyptischen Wurzeln auf einer Strasse in die Arme. In Berlin feierten zahlreiche Menschen vor dem Brandenburger Tor den Abgang Mubaraks. Auch Ägypter in der Schweiz freuten sich über den Rücktritt (siehe Seitenbild).

Vergleich mit Mauerfall

US-Präsident Barack Obama verglich die Vorgänge in Ägypten mit dem Fall der Berliner Mauer. Man könne nicht anders, als Echos der Geschichte zu hören - etwa das Echo der Deutschen, als sie die Mauer niederrissen oder das von Gandhi, der sein Volk auf den Pfad der Gerechtigkeit geführt habe, sagte Obama nach Mubaraks Rückzug.

Ägypten werde nie mehr so sein wie zuvor. «Mit seinem Rücktritt hat Präsident Mubarak auf den Hunger des ägyptischen Volks nach Wandel reagiert», sagte Obama, nachdem sich die US-Regierung, wie alle anderen westlichen Regierungen, bis zum Schluss dagegen gesträubt hatte, Mubarak zum Rücktritt aufzufordern.

Obama lobte auch das Militär für dessen verantwortungsvolles Verhalten. Jetzt müsse es sicherstellen, beim Übergang zur Demokratie sämtliche politischen Kräfte Ägyptens einzubinden. Zugleich versicherte er, dass die USA ein «Freund und Partner Ägyptens bleiben».

Armee an der Macht

Mubarak hatte nach 18 tägigen Protesten dem Druck von Millionen Demonstranten nachgegeben und nach 30 Jahren an der Macht seinen Rückzug erklären lassen. Der Oberste Militärrat unter dem bisherigen Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi übernahm die Macht.

Tantawi grüsste am Abend vor dem Präsidentenpalast in Kairo feiernde Demonstranten. Mubarak selbst setzte sich nach Scharm el Scheich auf den Sinai ab.

(Quelle: APTN-Video) (sda)

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