Ägypten: Wahlen - und kaum einer geht hin
Aktualisiert

Ägypten: Wahlen - und kaum einer geht hin

Ohne grossen Andrang haben heute in Ägypten die Kommunalwahlen begonnen. Augenzeugen sagten, die Wahllokale seien am Morgen noch sehr leer gewesen. Die Ägypter gehen jedoch traditionell immer erst später wählen.

Die ägyptische Nachrichtenagentur MENA meldete, das Innenministerium wolle seine Einsatzkräfte diesmal nur ausserhalb der Wahllokale platzieren. Sie sollten nur auf Wunsch der Vorsitzenden der Wahlkomitees aktiv werden.

Die islamistische Muslimbruderschaft, die stärkste Kraft der Opposition, hatte einen Tag vor der Wahl zum Boykott der Abstimmung aufgerufen. Ihre 33 Kandidaten, die als «Unabhängige» auf den Stimmzetteln eingetragen worden waren, zogen ihre Kandidatur zurück.

Die Muslimbrüder begründen ihren Boykott unter anderem damit, dass die überwiegende Mehrheit ihrer Anhänger daran gehindert worden seien, zu kandidieren.

Rund 70 Prozent der insgesamt 52 000 Gemeinderats-Sitze sind bereits vergeben. Denn in den meisten Bezirken ist nur ein einziger Kandidat der regierenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Präsident Husni Mubarak angetreten.

(sda)

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