Nach EDA-Warnung: Ägyptenreisen zum Schnäppchenpreis
Aktualisiert

Nach EDA-WarnungÄgyptenreisen zum Schnäppchenpreis

Das EDA rät von Reisen nach ganz Ägypten ab. Trotzdem bieten einige Reiseveranstalter Ferien im krisengeplagten Land an. Sie schätzen die Lage am Roten Meer als ungefährlich ein.

von
ame

Bereits seit letztem Freitag rät das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Reisenden von Ägyptenferien ab. Wie der «Landbote» schreibt, ist dies für einige Reiseanbieter aber noch lange kein Grund, ihre Angebote für Ferien am Roten Meer zu streichen. Im Gegenteil: Bei Express Travel International (ETI) in Zürich kostet eine Woche All Inclusive in einem 5-Sterne-Hotel in Sharm el Sheikh inklusive Flug gerade einmal 789 Franken – rund 20 Prozent weniger als bei der ursprünglichen Ausarbeitung des Angebots.

Situation am Roten Meer entspannt

Damit reagiert der Anbieter auf die sinkende Anzahl Kunden. «Wir haben einen Bruchteil der Reisenden, die normalerweise Mitte August nach Ägypten reisen», sagt Michael Grütter, Geschäftsführer von ETI. Einen Grund dafür sieht er in der Reisewarnung des EDA. «Dadurch wurden viele Kunden abgeschreckt.»

Für ihn ist die Lage am Roten Meer weiterhin unbedenklich. «Während wir Verständnis für das Abraten von Reisen in die Grossstädte haben, fehlt uns jegliches Verständnis für das Vorgehen gegenüber den Feriendestinationen am Roten Meer.» Die Lage dort sieht er als ungefährlich: «Die Situation in den Hotelanlagen ist ruhig und entspannt. Das bestätigen uns Mitarbeiter und Kunden, die vor Ort sind.»

Sicherheit der Kunden hat Priorität

Etwas anders sehen dies die drei grossen Reiseveranstalter TUI, Hotelplan Suisse und Kuoni. Wie 20 Minuten bereits berichtete, haben sie alle Reisen ins nordafrikanische Land bis zum 20. September abgesagt. «Wenn das EDA von Reisen abrät, dann folgen wir dieser Empfehlung. Wir tragen auch einen Teil der Verantwortung für unsere Kunden», sagt Kuoni-Sprecher Peter Brun. Dies bestätigt auch Roland Schmid, Sprecher von TUI Schweiz. «Die Sicherheit unserer Kunden hat oberste Priorität. Wir werden garantiert nichts tun, das TUI-Reisende in Gefahr bringen könnte.»

Feriengäste, die sich momentan noch am Roten Meer befinden, können normal nach Hause fliegen oder auf Wunsch sogar schon früher abreisen. Von diesem Angebot hat bei den drei Reiseveranstaltern bisher aber noch kein Kunde Gebrauch gemacht. Denn noch ist die Situation am Roten Meer entspannt. Laut Brun könnte sich die Lage in den nächsten Wochen aber ändern und dann wäre es praktisch unmöglich, alle Reisen in mehreren Stunden zu evakuieren.

Swiss fliegt sogar nach Kairo

Zurückhaltender als die Reiseveranstalter reagieren die beiden Schweizer Fluggesellschaften Edelweiss Air und die Swiss. Sie fliegen momentan noch regelmässig nach Ägypten. «Es gibt einige Schweizer Touristen, die trotz der Reisewarnung auch jetzt noch nach Hurghada, Marsa Alam oder Sharm el Sheikh reisen wollen», sagt Alain Chisari von Edelweiss Air. Diesen Personen wolle man nach wie vor eine entsprechende Reisemöglichkeit anbieten. Sollte sich die Lage in Ägypten aber noch verschlimmern, werde man sich überlegen, die Zahl der Flüge ab der zweiten Septemberwoche stark einzuschränken.

Bei der Swiss wird neben den Badedestinationen am Roten Meer zurzeit sogar noch der Flughafen in der Hauptstadt Kairo angeflogen. Die aktuelle Sicherheitslage erlaube dies, heisst es bei der Swiss. Zudem hätte selbst die jüngste Verschärfung der Krise nicht zu einer kompletten Veränderung der Buchungslage geführt. «Wir erhalten lediglich vereinzelt Anfragen von Kunden zur Lage vor Ort, zu Umbuchungen oder Annullierungen.»

Deine Meinung