Aktualisiert 06.03.2010 16:57

Husni MubarakÄgyptens Präsident in deutschem Spital

Ägyptens Präsident Husni Mubarak hat sich im Universitätsklinikum Heidelberg in Deutschland die Gallenblase entfernen lassen. Die Operation ist erfolgreich verlaufen.

Mubarak hatte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin Gespräche über den Nahost-Konflikt geführt. Ärzte hatten am Freitag nach Angaben des ägyptischen Informationsministeriums bei einer Untersuchung des 81-Jährigen eine chronische Gallenblasenentzündung diagnostiziert.

Das Ministerium teilte am Samstag in Kairo mit, Mubarak habe Ministerpräsident Ahmed Nazif beauftragt, alle Amtsgeschäfte bis zu seiner Rückkehr zu übernehmen. Ägypten hat keinen Vizepräsidenten, weil Mubarak nie einen Stellvertreter ernannt hat.

Seit 1981 an der Macht

Mubarak selbst war unter seinem Vorgänger Anwar al-Sadat Vizepräsident gewesen und hatte nach dessen Ermordung 1981 die Macht übernommen. Seitdem regiert er das Land mit harter Hand und mit Hilfe eines Ausnahmezustandes.

Wichtigste Machtbasis des Präsidenten ist die Armee. Als möglicher Nachfolger Mubaraks wird dessen Sohn Gamal gehandelt. Obwohl Ägypten formell eine Demokratie ist, geht diese nur soweit wie Mubarak es gestattet. Besonders die islamische und islamistische Opposition, die in dem nordafrikanischen Land zunehmend an Bedeutung gewinnt, hat unter den Gängelungen des Regimes zu leiden.

Wichtiger Verbündeter der USA

Ägypten ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Nahen Osten und hat als eines der wenigen arabischen Länder einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen. Die Ägypter bemühen sich unter anderem seit Jahren darum, den festgefahrenen Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern wieder in Gang zu bringen und die verfeindeten Palästinensergruppen zu versöhnen.

Die Heidelberger Klinik geniesst international einen guten Ruf. Der deutsche Altkanzler Helmut Kohl war bereits mehrfach in dem Klinikum. Zuletzt hatte er sich ebenfalls einer Gallenblasen-Operation unterzogen.

(sda)

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