Aktualisiert 04.02.2011 09:38

Medien

Ägyptisches Regime geht auf Journalisten los

24 Journalisten sind in Ägypten festgenommen worden, 21 wurden attackiert. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisiert die Angriffe als «inakzeptabel» und «katastrophal».

Insgesamt 24 Journalisten sind nach Mitteilung des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) in den vergangenen 24 Stunden in Ägypten festgenommen worden. 21 Reporter seien angegriffen und in fünf Fällen sei die Ausrüstung von Journalisten beschlagnahmt worden, teilte das Komitee Donnerstagnacht mit.

Die Angriffe auf Journalisten hätten sich in einem Masse intensiviert, wie es in der jüngeren Geschichte Ägyptens bislang noch nicht vorgekommen sei, sagte der für den Nahen Osten und Nordafrika zuständige CPJ-Programmkoordinator Mohamed Abdel Dayem. «Dies ist ein düsterer Tag für Ägypten und ein düsterer Tag für den Journalismus», sagte der Geschäftsführer des Komitees, Joel Simon.

Kritik an Einschüchterungsversuchen

Von Festnahmen betroffen waren auch Menschenrechtsorganisationen. So berichteten einige Gruppen, dass Aktivisten nach einer Razzia der Militärpolizei weggebracht worden seien. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte am Donnerstag, die Einschüchterungsversuche gegenüber Journalisten und Menschenrechtsorganisationen seien «inakzeptabel» und «katastrophal». Dies müsse sofort enden. Der UN-Generalsekretär appellierte an die Verantwortlichen in Ägypten, «der Stimme des Volkes Gehör zu schenken und den Wandel sofort einzuleiten».

Ebenso setzte sich auch US-Vizepräsident Joe Biden in einem Telefonat mit dem neuen ägyptischen Vizepräsidenten Omar Suleiman dafür ein, dass Journalisten und Menschenrechtler ihre Arbeit fortführen können. Biden verurteilte die jüngste Gewalt und forderte alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Er habe zudem betont, dass die ägyptische Regierung verantwortlich dafür sei, sicherzustellen, dass die friedlichen Demonstrationen nicht zu Gewalt und Einschüchterungen führten, teilte das Weisse Haus mit. (dapd)

Fehler gefunden?Jetzt melden.