Strassenverkehr: Ältere Autofahrer werden gefährlicher
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StrassenverkehrÄltere Autofahrer werden gefährlicher

Rund 74 000 Personen haben auf Schweizer Strassen im letzten Jahr den Führerausweis abgeben müssen. Die Anzahl der Ausweisentzüge stieg prozentual am stärksten bei den über 50-Jährigen. Zudem würden Lenker immer häufiger durch Telefon und Navi-Geräte abgelenkt.

Wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) am Dienstag mitteilte, nimmt der Tatbestand «Unaufmerksamkeit» im Strassenverkehr stetig zu. Im letzten Jahr gab es einen Anstieg um 7,5 Prozent auf 8506 Fälle. Als Grund nennt das Amt die zunehmende Ausstattung der Fahrzeuge mit Kommunikations- und Multimediaelektronik wie Telefon und GPS.

Weniger Alkoholdelikte

Letztes Jahr mussten nach Angaben des ASTRA in der Schweiz 74 326 Personen ihren Führerausweis abgeben. Das sind 2275 mehr als im Vorjahr. Hauptgründe für den Ausweisentzug waren wie im Jahr zuvor das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit sowie Alkohol am Steuer.

Die Ausweisentzüge wegen zu schnellen Fahrens nahmen um 5 Prozent auf 33 238 Fälle zu. Deutlich gesunken ist dagegen die Zahl der Personen, die wegen Fahrens unter dem Einfluss von Drogen und Medikamenten ihr Permis abgeben mussten. Ein leichter Rückgang wurde bei den Alkoholdelikten festgestellt.

Wegen Angetrunkenheit wurden 18 902 Autofahrer von den Strassen verbannt, 1,2 Prozent weniger als 2007. Auch die Verwarnungen wegen Angetrunkenheit nahmen um 2,3 Prozent auf 6291 Fälle ab. Auffallend ist für das ASTRA die Zunahme von verkehrspsychologischen Untersuchungen um 35,5 Prozent auf 1499 Fälle.

Ausweis auf Probe

Überraschend ist der prozentual stärkste Anstieg - um 8 Prozent - der Ausweisentzüge in der Altersgruppe der über 50-Jährigen. Bei den 25- bis 50-Jährigen ist eine Zunahme um 3,4 Prozent zu verzeichnen. Bei den unter 20-Jährigen geht die Zahl der Entzüge dagegen weiter zurück - letztes Jahr um 5,2 Prozent.

Knapp 70 Prozent der Ausweisentzüge waren auf einen bis drei Monate befristet. Fast 15 Prozent der Ausweise wurden auf unbestimmte Zeit entzogen. Deutlich zugenommen haben die länger dauernden Führerausweisentzüge zwischen sieben und zwölf Monaten. Hier wirkt sich laut ASTRA das verschärfte Recht auf die Statistik aus.

Auch der Führerausweis auf Probe beginnt sich in der Statistik niederzuschlagen. So mussten letztes Jahr 323 Personen der Ausweis annulliert werden. Auffallend ist laut ASTRA, dass nur 5 Prozent Frauen betroffen sind. Der Führerausweis auf Probe scheine bei Frauen sehr stark zu wirken.

Verkehrssündern aus dem Ausland kann in der Schweiz der Führerausweis nicht entzogen werden. Ihnen wird aber der ausländische Führerausweis aberkannt. Sie dürfen dann in der Schweiz kein Fahrzeug mehr lenken. Ihre Anzahl hat sich im letzten Jahr auf rund 17 000 Fälle stabilisiert.

(sda)

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