Aktualisiert 07.03.2011 15:06

PsychologieÄltere Kinder - glücklichere Eltern

Ist der Nachwuchs noch ganz klein, sorgt er vor allem für Schlaf- und Geldmangel. Doch je grösser die Kinder werden, desto glücklicher machen sie ihre Eltern.

Haben die Eltern ihr 40. Lebensjahr erreicht, bedeuten mehr Kinder auch mehr Lebensglück. Umgekehrt gilt bei jungen Paaren: Je mehr Kinder sie haben, desto unzufriedener sind sie.

Dies ist das Ergebnis einer Studie unter mehr als 200 000 Frauen und Männern in 86 Ländern, die am Montag vorgestellt wurde. Während für Eltern unter 30 Jahren das Glücksniveau bereits ab dem ersten Kind mit jedem weiteren sinkt, sind Eltern über 50 in jedem Fall glücklicher als Gleichaltrige ohne Kinder, unabhängig von deren Anzahl.

Der Wendepunkt liegt etwa bei 40 Jahren. Schon 30- bis 39-jährige Eltern mit bis zu drei Kindern sind dabei genau so glücklich wie Kinderlose, wie die Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock und der Universität von Pennsylvania (USA) berichten.

Laut ihnen klärt die Untersuchung erstmals den Widerspruch zwischen der weit verbreiteten Ansicht, dass Kinder glücklich machen, und der Tatsache, dass bisher kein Zusammenhang zwischen Kinderzahl und Lebensglück nachgewiesen wurde.

Wenig Geld und Schlaf

In der ersten Zeit der Elternschaft überwiegen offenbar negative Erfahrungen wie wenig Schlaf, Sorge um die Kinder oder finanzielle Beschränkungen. «Doch je älter Mütter und Väter werden, desto weniger belastet sie ihr Nachwuchs, der gleichzeitig älter und damit selbstständiger wird», sagte Studienmitautor Mikko Myrskylä.

Dabei könne die Gesellschaft dem Glück jüngerer Eltern nachhelfen. In ehemals sozialistischen Staaten wie Russland, Polen oder Ungarn, die junge Eltern eher wenig unterstützen, sinke die Zufriedenheit junger Mütter und Väter besonders deutlich mit steigender Zahl der Kinder im Vergleich zu gleichaltrigen Kinderlosen.

Gleichzeitig steige dort die Zufriedenheit von Eltern ab 40 besonders stark mit der Kinderzahl. Denn in den eher schwachen Sozialsystemen seien ältere Menschen stärker auf finanzielle Unterstützung durch die eigenen Kinder angewiesen. (sda)

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