«Zolli»: Älteste Elefantenkuh in Basel gestorben
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«Zolli»Älteste Elefantenkuh in Basel gestorben

In Basel ist die Elefantendame Ruaha gestorben. Mit ihren geschätzten 59 Jahren galt sie als weltweit älteste in einem Zoo lebende afrikanische Elefantenkuh.

Gesundheitliche Probleme hatte die verstorbene Elefantenkuh Ruaha nicht. Wie alt das Tier genau sei, sei nicht bekannt, teilte der Basler «Zolli» am Donnerstag mit. Die Elefantenkuh war am 1. November 1952 zusammen mit noch vier anderen jungen Elefanten nach Basel gekommen. Damals war sie ungefähr einjährig.

Trauer auf Elefantenart

Anzeichen für den bevorstehenden Tod des Tieres hatte es nach Angaben des «Zolli» nicht gegeben. Ihr hohes Alter war Ruaha aber deutlich anzusehen. Ihr einst mächtiger Körper war etwas zusammengefallen und das Gesicht eingesunken. Sie stand gerne etwas dösend abseits der anderen Elefanten.

Seit mehr als 20 Jahren schlief Ruaha zudem im Stehen anstatt sich hinzulegen. Am frühen Donnerstagmorgen fand ein Tierpfleger das tote Tier. Der Zoo ging von einem Tod altershalber aus. Die genaue Todesursache werde untersucht, hiess es in der Mitteilung.

Die Basler Elefantenherde - sie besteht aus nun noch fünf Tieren im Alter von 14 bis 39 Jahren - nahm auf Elefantenart Abschied von der Greisin. Die Tiere standen um die tote Ruaha herum und berührten ihren Körper mit dem Rüssel, wie es in der Mitteilung hiess.

In Afrika eingefangen

Ihren Namen Ruaha hatte die Elefantenkuh von ihrer Heimat erhalten, einer Ebene im afrikanischen Staat Tansania. Ruaha schrieb ein langes Stück «Zolli»-Geschichte. Der damalige Zootierarzt und spätere Direktor Ernst Lang hatte sie in Afrika eingefangen, zusammen mit vier weiteren Jungtieren.

Per Schiff und Bahn wurden die Tiere in den «Zolli» gebracht. Im März 1953 bezogen sie das neu gebaute Elefantenhaus mit Aussengehege. Spazierende Elefanten im Allschwilerwald und zur Waage in der Markthalle marschierende Dickhäuter gehörten in Basel bald zum Stadtbild.

Ruaha war als Jungtier eher scheu, wurde aber dennoch zur unangefochtenen Chefin der Gruppe. Dank ihrer «stabilisierenden sozialen Rolle» habe der «Zolli» in den neunziger Jahren auf Freilaufhaltung seiner Elefanten umstellen können, schrieb der Zoo.

Afrikanische Elefanten sind die grössten lebenden Landsäugetiere. Von den indischen oder asiatischen Elefanten unterscheiden sie sich namentlich durch die grösseren Ohren. Die Tiere haben eine Lebenserwartung von 70 Jahren. Stosszähne haben die Bullen und die Kühe. Die Tiere fressen täglich rund 300 Kilogramm Grünzeug und brauchen täglich 100 bis 150 Liter Wasser. (sda)

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