50 Millionen Jahre alt: Älteste Wurm-Spermien der Welt entdeckt
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50 Millionen Jahre altÄlteste Wurm-Spermien der Welt entdeckt

Älter als sie sind keine: In dem versteinerten Kokon eines Gürtelwurms in der Antarktis wurden 50 Millionen Jahre alte Spermien entdeckt.

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Die ältesten bekannten Spermien der Welt stammen von einem Gürtelwurm. An einem leicht verdickten Körperabschnitt - dem Gürtel - sondert dieser bei der Paarung einen Schleimring mit Eiern und Spermien ab. Daraufhin entwickelt sich ein Kokon, der mit einer eiweissreichen Flüssigkeit gefüllt ist.

Die ältesten bekannten Spermien der Welt stammen von einem Gürtelwurm. An einem leicht verdickten Körperabschnitt - dem Gürtel - sondert dieser bei der Paarung einen Schleimring mit Eiern und Spermien ab. Daraufhin entwickelt sich ein Kokon, der mit einer eiweissreichen Flüssigkeit gefüllt ist.

Wikimedia Commons/Beentree/CC BY-SA 3.0
Einen solchen versteinerten haben Forscher nun in Meeresablagerungen auf der Antarktischen Halbinsel entdeckt. Sie sind rund 50 Millionen Jahre alt.

Einen solchen versteinerten haben Forscher nun in Meeresablagerungen auf der Antarktischen Halbinsel entdeckt. Sie sind rund 50 Millionen Jahre alt.

Stan Shebs

Bei der Untersuchung der Innenseite eines nur 1,5 Millimeter langen Bruchstücks eines Gürtelwurm-Kokons stiess ein internationales Forscherteam auf Überraschendes: die Einzelteile von Gürtelwurmspermien – längliche eingedrehte Fäden und körnige Stäbchen mit peitschenartigem Schwanz. Weitere Analysen zeigten: Sie sind 50 Millionen Jahre alt.

Seinen Fund stellte das Team um Benjamin Bomfleur vom Naturhistorischen Museum in Stockholm nun in der britischen Fachzeitschrift «Biology Letters» vor.

Widerstandsfähiger Kokon

Bekannte Vertreter der Gürtelwürmer (Clitellata) sind beispielsweise Regenwurm und Blutegel. An einem leicht verdickten Körperabschnitt – dem sogenannten Gürtel – sondern sie bei der Paarung einen Schleimring mit Eiern und Spermien ab. In diesem werden die Eier dann befruchtet. Es entsteht ein widerstandsfähiger Kokon, der mit einer eiweissreichen Flüssigkeit gefüllt ist und so die Versorgung der Larven gewährleistet.

Während von den weichen Würmern und ihren kurzlebigen Spermien kaum Fossilien erhalten sind, finden sich immer wieder solch versteinerte Kokons. Die in der Kokonwand eingeschlossenen Spermien sind ein ganz besonderer Fund, berichten die Forscher. Er stammt aus Meeresablagerungen auf der antarktischen Halbinsel, die für ihren Fossilienreichtum bekannt ist.

Im Tierreich stammten die mit etwa 40 Millionen Jahren bislang ältesten bekannten Spermien von einem in Bernstein eingeschlossenen Springschwanz. Die nun gefundenen Wurmspermien ähneln denen heute lebender Gürtelwürmer, die als Symbionten auf Krebsen leben. Bomfleur und seine Kollegen erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Evolution solcher weichhäutiger Kleinstlebewesen, wenn auch andere versteinerte Kokons genau untersucht werden.

Ein Regenwurm erblickt das Licht der Welt. (Video: Youtube/wurmode) (fee/sda)

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