Grossbrand in Basel: «Ämter haben Probleme im Haus ignoriert»
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Grossbrand in Basel«Ämter haben Probleme im Haus ignoriert»

Die IG Rheingasse nimmt die Behörden in die Pflicht. Diese hätten vom schlechten Zustand der Brandliegenschaft gewusst. Nun wollen Mitglieder das Haus kaufen.

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kom
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Am Donnerstag, 26. August lud die IG Rheingasse zur Medienkonferenz ein.

Am Donnerstag, 26. August lud die IG Rheingasse zur Medienkonferenz ein.

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Ziel war es, über den aktuellen Stand und die Zukunftsplanung in der Rheingasse zu informieren, sowie an Behörden und Politik zu appellieren.

Ziel war es, über den aktuellen Stand und die Zukunftsplanung in der Rheingasse zu informieren, sowie an Behörden und Politik zu appellieren.

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Seit Tagen messen Statiker den Rheinhof aus. Noch immer darf das Gebäude nicht betreten werden.

Seit Tagen messen Statiker den Rheinhof aus. Noch immer darf das Gebäude nicht betreten werden.

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Bei den Anwohnern und Gastronomen der Basler Rheingasse sitzt der Schock immer noch tief. Am Donnerstag, 22. August, sechs Tage nach dem Brand, lud die Interessensgemeinschaft (IG) Rheingasse zur Medienkonferenz. Die Veranstalter wollten über die aktuelle Situation und die Zukunft der Rheingasse sprechen.

Franz-Xaver Leonhardt, CEO des Hotel Krafft, das gegenüber des Brandortes liegt, schilderte die Dramatik der Brandnacht: «Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Brand von weitem gesehen haben, lösten sie sofort den Grossalarm aus». «Vor 90 Jahren wäre das ganze Viertel niedergebrannt», doppelte Anwohner Tino Krattiger nach.

Dachstock brennt in Basel

An der Rheingasse in Basel gab es ein Feuer.
(Video: Leser-Reporter)

«Die letzten Brandnester konnten erst am Dienstag gelöscht werden», so Leonhardt. Es sei erschütternd, dass so etwas mitten in der Stadt passieren konnte.

«Sie brachen unsere Wände ein»

Eine Frau, die mit ihrer Familie direkt neben der Brandruine lebte, schilderte den Einsatz der Feuerwehr: «Sie brachen in unserer Wohnung Wände ein, um gegen das Feuer ankämpfen zu können». Ihre Wohnung müsse nun mehrere Monate lang renoviert werden. Die Familie suche nun aber ohnehin ein neues Zuhause. Sie betonte auch, wie sich die Feuerwehr in der Extremsituation bemüht habe, das Wohnungsmobiliar zu schützen.

Cécile Grieder, die Betreiberin der Grenzwert-Bar im Erdgeschoss des Gebäudes, berichtete von nagender Ungewissheit: «Wir schweben im luftleeren Raum und wissen nicht, ob oder wann wir das Gebäude nochmals betreten können». Auch der Ablauf des Brandes beschäftige sie: «Ich kann nicht verstehen, wie das Haus so rasch brennen konnte, ohne dass etwas davon bemerkt wurde.»

Dachstockbrand in Basel

Am Freitag, 16. August brannte in Basel der Dachstock eines Hauses komplett aus. Die Bar im Erdgeschoss sowie der Rest des Gebäudes musste evakuiert werden. Die Flammen loderten meterhoch.
(Video: privat)

Darüber rätselt auch Leonhardt: «Wie kann es so schnell und so lange brennen?», sagte er. Ihn treibt auch eine andere Frage um: «Haben wir genug getan?»

«Man muss genauer hinschauen»

Mit dieser Frage spielt Leonhardt auf die möblierten Zimmer im dritten Stock an. Diese wurden vermietet, vor allem an Sozialhilfebezüger und befanden sich in einem miserablen Zustand. Zwei Monate lang lag einmal ein toter Mann in so einem Zimmer, der Verwesungsgestank sei noch auf der Strasse so stark gewesen, dass die Leute den Ort mieden.

Auch die Hygienesituation sei dramatisch gewesen. «Man muss genauer hinschauen. Wir haben die Ämter informiert, das Problem wurde nicht ernst genommen», so Grieder. Eine Frau, die in einer ähnlichen Situation in der Rheingasse lebe, habe ihnen gegenüber geäussert, dass sie sich nicht mehr sicher fühle.

«Geldbeträge für sozial benachteiligte Personen zu sprechen, ohne die Lebensumstände und die Situation vor Ort zu prüfen, reicht nicht. Damit die Menschen wirklich die Unterstützung erhalten, die sie dringend benötigen, ist in der Umsetzung genaue Prüfung und Kontrolle vonnöten» betonte die IG Rheingasse. Ausserdem appelliere man an Behörden und Politik, die «Wunde in der Rheingasse» möglichst bald wieder zu schliessen.

Gastronomen wollen Rheinhof kaufen

«Der Inhaber war mit der Situation überfordert, das sieht man dem Haus an.» Leonhardt und Grieder hingegen wollten die Liegenschaft schon seit längerem kaufen. Sie können sich auch vorstellen, die Brandruine zu übernehmen und gastronomisch zu nutzen. Vorschläge für eine Übernahme des Rheinhofs sind seit mehreren Jahren Thema. Die IG Rheingasse strebt eine gemeinsame Lösung an, die für alle involvierten Parteien stimmt.

Ob und wann es dazu kommt und ob das Haus überhaupt stehenbleibt, ist derzeit völlig unklar. Die Liegenschaft wird seit Tagen durch Statiker vermessen. Unabhängig davon soll in Kürze ein Solidaritätsfest für die ehemaligen Bewohner und die Grenzwert-Bar stattfinden. Der Erlös wird den Betroffenen gespendet.

Der Eigentümer des Rheinhofs war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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