Riesen-Abschreiber: Ära Vincenz kostet Raiffeisen 300 Millionen
Aktualisiert

Riesen-AbschreiberÄra Vincenz kostet Raiffeisen 300 Millionen

Jetzt ist klar: Die Beteiligungen, die Ex-Raiffeisenchef Pierin Vincenz getätigt hat, sind zu hoch bewertet und drücken den Gewinn 2018 um 300 Millionen Franken.

von
ish
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Pierin Vincenz war bis 2017 Chef von Raiffeisen.

Pierin Vincenz war bis 2017 Chef von Raiffeisen.

Keystone/Walter Bieri
Seit Ende 2018 leitet Heinz Huber die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz.

Seit Ende 2018 leitet Heinz Huber die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz.

Daniel Ammann
Er ersetzt somit Patrik Gisel, der zunächst Pierin Vincenz nachgefolgt war.

Er ersetzt somit Patrik Gisel, der zunächst Pierin Vincenz nachgefolgt war.

Davide Agosta

Der Gewinn 2018 von Raiffeisen wird bis zu 300 Millionen Franken tiefer ausfallen. Denn die Beteiligungen, die der frühere Chef Pierin Vincenz aufgebaut hat, waren in den Büchern zu hoch bewertet und werden abgeschrieben. Die Genossenschaftsbank macht so nun reinen Tisch.

«Die Sondereffekte bewegen sich im Rahmen von maximal 300 Millionen Franken», so Raiffeisen in ihrer Mitteilung am Dienstag. Operativ laufe es dagegen gut und die Genossenschaftsbank habe auch 2018 einen Gewinn auf dem Rekordniveau des Vorjahres erzielen können, teilte Raiffeisen weiter mit. «Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Kundinnen und Kunden den Raiffeisenbanken im vergangenen Jahr die Treue gehalten haben.»

Im Jahr 2017 hatte Raiffeisen einen Gewinn von 917 Millionen Franken eingefahren. Die Zahlen für 2018 will Raiffeisen am 1. März vorlegen.

Auch vorher schon Abschreiber

Bei ihrer Einkaufstour unter der Führung von Ex-Chef Pierin Vincenz hat Raiffeisen oft überhöhte Preise bezahlt. Daraus resultierten dann Verluste, wie die unabhängige Untersuchung von Professor Bruno Gehrig zeigt. Nachfolgend ein paar Müsterchen:

In einem Fall erwarb Raiffeisen Schweiz im Jahr 2013 indirekt eine Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen. Für das Aktienpaket wurde ein Preis von insgesamt rund 4 Millionen Franken bezahlt. Der Preis sei ohne Verhandlungen festgesetzt worden, wobei primär die Vorstellungen des Verkäufers akzeptiert worden seien, hiess es in der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung: «Auf ein externes Bewertungsgutachten wurde verzichtet.» Aufgrund von Wertberichtigungen habe Raiffeisen Schweiz am Ende die rund 4 Millionen Franken verloren, die sie investiert hatte. Zwei Jahre nach dem Erwerb verkaufte Raiffeisen Schweiz das Aktienpaket an den ursprünglichen Verkäufer und eine weitere Person zurück - zum symbolischen Preis von einem Franken pro Aktie, wie der Bericht aufzeigte.(SDA)

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