Aktualisiert 08.09.2009 22:16

Wegen DrogensüchtigeÄrger im Kinder-Logopädie

Immer wieder lungern Junkies
neben Kindern im Logopädischen Dienst herum. Eltern und Mitarbeiter sind besorgt.

von
Anna Luethi

Ilaria ist sieben Jahre alt und hat Mühe mit ihrer Aussprache. Einmal in der Woche geht sie deswegen zum Logopädischen Dienst (LPD) an der Binningerstrasse – und des Öfteren sitzen dort Klienten des benachbarten Gassenzimmers im Hauseingang. «Es ist eine Zumutung», sagt Ilarias Grossmutter Ruth Moreira, die ihre Enkelin meist bringt und abholt. «Die Kinder haben Angst, denn oft gehen die Leute vom Gassenzimmer auch nebenan auf die Toilette.»

LPD-Leiter Franz Blättler kennt das Problem. Es werde auf der Treppe öfter Stoff konsumiert, und im Hof sei eine Mitarbeiterin kürzlich in eine Spritze getreten. Trotz Security-Bewachung muss die Sekretärin des LPD immer wieder selbst eingreifen und Einschleicher rauswerfen. Warum der LPD vor etwa 15 Jahren im Haus neben dem Gassenzimmer untergebracht wurde, ist unklar. «Es ist sicher nicht ideal», sagt Eveline Bohnenblust, Leiterin der Abteilung Sucht. In den letzten Jahren habe sich die Situation bei den Anlaufstellen beruhigt, von der ­momentan schwierigen Phase bei der Heuwaage weiss sie. Mittelfristig stehe mit der Umgestaltung des Nachtigallenwäldeli eine Lösung an. Laut Blättler werden schon bald drei bis vier der 25 Therapeuten in schulnahe Räume umziehen.

Mehr Geld für Suchthilfe

Die Regierung Basel-Stadt hat gestern die Subvention für die Suchthilfe Region Basel um 190  000 auf 3,155 Millionen ­Franken im Jahr erhöht. Der neue Vertrag gilt von 2010 bis 2013. Neben den als Gassenzimmern bekannten Kontakt- und Anlaufstellen betreibt die Suchthilfe die Beratungsstelle Drop In und die Nachsorgestelle Step Out. Die Auf­stockung soll unter anderem eine bessere Beratung und Betreuung in den Gassenzimmern ermög­lichen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.