Aktualisiert 29.09.2009 17:04

Prämien 2010

Ärger mit der Franchisenregelung

Versicherten mit höheren Franchisen droht doppelt Ungemach: Nicht nur steigen die Krankenkassenprämien 2010, auch der Rabatt für höhere Franchisen wird gesenkt. Künftig soll zudem ein Franchisen- und Kassenwechsel nur noch alle drei Jahre möglich sein.

Nach der angekündigten Prämiensteigerung im kommenden Jahr werden sich viele Versicherte aus Spargründen für eine Franchise zwischen 500 und 2500 Franken entscheiden. Bereits heute nehmen 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer eine höhere Franchise in Kauf, um einen Rabatt in Anspruch nehmen zu können.

Ein Franchisenwechsel könnte in diesem Herbst jedoch weniger vorteilhaft sein als bisher. Der Preisnachlass sinkt nämlich beträchtlich: Von 80 auf 70 Prozent der Differenz zwischen der Grundprämien von 300 Franken und der gewählten Franchise.

Bei einer Franchise von 1000 Franken sinkt der Rabatt damit von 560 auf 490 Franken pro Jahr, bei 2500 Franken von 1760 auf 1540 Franken. Mit dieser Massnahme sollen pro Jahr 200 Millionen Franken eingespart werden. Auf der anderen Seite müssen aus dem gleichen Grund viele Versicherte mit höheren Prämien rechnen.

Kassenwechsel erschwert

Wahrscheinlich wird es 2011 noch härter für die Prämienzahler: Der jährlicher Wechsel der Franchise soll künftig nicht mehr möglich sein. Die bürgerliche Mehrheit im Nationalrat sagte nämlich Anfang September Ja zu einer Beschränkung beim Franchisenwechsel.

Das Parlament entschied diesen nicht nur wie vom Bundesrat vorgesehen alle zwei sondern gar nur noch alle drei Jahre zu erlauben. Die Versicherten können während dieser Zeit weder ihre Franchise ändern noch die Krankenkasse wechseln - auch bei einer Erhöhung der Prämien.

Soziale Konsequenzen

Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass Versicherte vor einer Operation ihre Franchise senken. Damit wird aber auch verhindert, dass die Versicherten ihre Kankenkasse jährlich wechseln können - ein Recht, dass im Krankenversicherungsgesetz (KvG) festgeschrieben ist.

Gerade für Leute mit tiefem Einkommen seien die sozialen Konsequenzen zudem nicht bedacht worden, argumentierte die Linke im Parlament. Jene, die sich für eine Franchise von 2500 Franken entscheiden, um ihre Gesundheitskosten tief zu halten, riskierten bei einer schweren Erkrankung in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Hoffen auf den Ständerat

Bleibe zu hoffen, dass der Ständerat in der Wintersession klüger entscheiden werde, sagt Nationalrat Stéphane Rossini (SP/VS). Seiner Ansicht nach hat der Nationalrat ganz im Sinne der Versicherer entschieden, die damit weniger Wechsel zu bearbeiten haben und so Kosten sparen.

Auch Ständerat Felix Gutzwiller (FDP/ZH) ist nicht völlig zufrieden. Seiner Meinung nach sollte nur der jährliche Franchisenwechsel blockiert werden. Das wäre ein «akzeptabler Kompromiss» aus Sicht der Politik sowie des Wettbewerbs, schätzt Gutzwiller.

Eine andere Idee lanciert Nello Castelli von santésuisse: Im Falle einer Prämiensteigerung soll ein Franchisenwechsel erlaubt sein, der Versicherte muss aber in seiner Krankenkasse verbleiben. Die vorberatende Kommission des Ständerats befasst sich am 19. Oktober erstmals mit der Vorlage. (sda)

Jetzt Prämien vergleichen: Finden Sie jetzt raus, wie hoch Ihre eigene Krankenkassen-Prämie 2010 sein wird. Gut möglich, dass Sie mit einem Kassenwechsel mehrere hundert Franken sparen. PLZ: Jahrgang: document.getElementById('krankenkasseVergleichDE').onsubmit=function(){ var g=function(id){ return document.getElementById(id); }; this.action="https://www.20min.ch/tools/krankenkassev2/krankenkasse.tmpl?"+g('quickPlzDE').value+"|"+g('quickJGDE').value; return true; }

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.