Aktualisiert

«Existenzbedrohend»Ärger um Taxistandplätze

Rund ein Jahr nach dem Taxistandplatz-Wechsel zum Ostausgang des Bahnhofs SBB ist
die Stimmung der Fahrer auf dem Nullpunkt. Die ungünstige Lage
sei existenzbedrohend.

von
Susan Pedrazzi
Bülent ist einer der leidtragenden Taxifahrer. (SUP)

Bülent ist einer der leidtragenden Taxifahrer. (SUP)

Taxifahrer Bülent hat die Nase voll: «Seit wir hier stehen, nehmen die Leute meistens das hinterste Taxi, weil das am nächsten beim Bahnhofsausgang ist.» Entgegen dem «Taxifahrer-Ehrenkodex» schicken manche Fahrer die Kunden dann nicht zum vordersten Wagen, der schon am längsten wartet. Missstimmung ist vor­programmiert: «Es ist schon einige Male beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen», so der 46-Jährige. Auch sein Kollege Ali spürt die Folgen dieser Arbeits­bedingungen: «Ich warte teilweise zwei Stunden und verdiene seither bis zu 30 Prozent weniger am Tag. Deshalb bin ich verschuldet.» Noch vor der Umplatzierung der Standplätze hat die Unia Branchengruppe Taxi beim Bau- und Verkehrs­departement Rekurs eingelegt. Unia-Taxi-Vizepräsident Özkan Suna ist deshalb wenig zuversichtlich: «Ich denke nicht, dass das Baudepartement noch etwas unternimmt. Ich habe innerlich aufgegeben.»

Martin Weibel, Leiter Mobilitätslenkung bei der Stadt, erstaunt diese Aussage: «Erst Ende September haben wir eine Nacherhebung durchgeführt, um die Zumutbarkeit für Kunden und Fahrer zu beurteilen. Die Auswertung wird im Dezember in einer gemeinsamen Sitzung mit der Unia bekannt gegeben.»

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