Côte d'Azur: Ärger vor den Ferien des saudischen Königs
Aktualisiert

Côte d'AzurÄrger vor den Ferien des saudischen Königs

Salman von Saudiarabien wird diese Woche mit grosser Entourage in Südfrankreich erwartet. Anwohner sind erbost über illegale Bauarbeiten und die Sperrung ihres Strandes.

Ein öffentlicher Strand wird aus Sicherheitsgründen gesperrt: Der Strand unterhalb des Anwesens des saudischen Königs in Vallauris - Golf Juan. Vorne rechts wurde eine Betonplatte gegossen, um einen Lift zu bauen. (18. Juli 2015)

Ein öffentlicher Strand wird aus Sicherheitsgründen gesperrt: Der Strand unterhalb des Anwesens des saudischen Königs in Vallauris - Golf Juan. Vorne rechts wurde eine Betonplatte gegossen, um einen Lift zu bauen. (18. Juli 2015)

Einen ganzen Strand für sich allein bekommt der saudiarabische König Salman zur Verfügung, wenn er in der kommenden Woche seinen Urlaub in Südfrankreich beginnt. Von der Meeresseite müssen Boote für die Zeit der königlichen Ferien einen Abstand von 300 Metern einhalten.

Sobald die königliche Garde den genauen Ankunftstag mitteile, werde der seiner Villa gegenüberliegende, weisse Sandstrand 24 Stunden später «aus Sicherheitsgründen» für die Öffentlichkeit gesperrt, sagte ein Behördenvertreter am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die Wohnanlage des Königs in der Gemeinde Vallauris Golfe-Juan unweit von Cannes erstreckt sich über eine Länge von einem Kilometer.

Kritische Stimmen aus der Bevölkerung

Die Anwohner verärgert die Sonderbehandlung des wohlhabenden und mächtigen Gastes. «Ob es nun er ist oder ein anderer Milliardär, immer bekommen sie mehr Rechte als die normalen Leute», empörte sich am Sonntag die Pflegerin Fatima, die mit ihren Töchtern zum Baden an den Mirandole genannten Strandabschnitt gekommen war. Auch ein Mann namens Mohamed machte seinem Ärger gegenüber dem «Guardian» Luft. «Die entscheiden und wir können nichts dagegen tun», sagte der Mann, der hier regelmässig fischen kommt.

Verstärkt wurde der Ärger auch dadurch, dass die Mitarbeiter des Königs schon vor der offiziellen Genehmigung durch die Behörden mit Absperrmassnahmen begonnen und eine Sperre vor dem zum Strand führenden Tunnel errichtet hatten. Die Gemeinde intervenierte und stoppte die nicht genehmigten Bauarbeiten, wie «Nice-Matin» berichtet.

Sogar der Bau eines Lifts wurde begonnen und zu diesem Zweck Beton auf eine Stelle des Strandes gegossen. Die Saudis haben den Behörden allerdings versprochen, die Konstruktion vor ihrer Abreise wieder abzubauen. Bei seinem Frankreich-Urlaub wird der 79-jährige Monarch Medienberichten zufolge von einer 500-köpfigen Delegation begleitet.

Ausgabefreudige Saudis

Die lokale Wirtschaft freuts. Denn neben der königlichen Entourage lockt der Besuch ihres Monarchen offenbar auch weitere Saudis an die Côte d'Azur. Nicht nur die Luxushotellerie in Cannes profitiert, sondern auch andere Branchen, wie der Präsident des lokalen Hotelierverbandes, Michel Chevillon, gegenüber «Nice-Matin» versichert.

«Die Saudis schauen nicht auf ihre Ausgaben», sagt Chevillon, «jeden Tag bestellen sie 10'000 bis 15'000 Blumen, Hunderte Limousinen sind auf Achse und ebenso viele Chauffeure haben Arbeit.» In den letzten Jahren waren laut «Nice Matin» nicht mehr so viele Touristen aus Saudiarabien nach Südfrankreich gekommen. (sda)

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