27.12.2016 06:00

Schlieren ZHÄrger wegen schlecht beschildertem Parkverbot

Wer auf dem Goldschlägiplatz in Schlieren sein Auto parkiert, riskiert eine Busse. Betroffene ärgern sich über die Signalisation – diese reicht, finden hingegen die Eigentümer.

von
rom
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Vor allem bei Dunkelheit ist der Goldschlägiplatz ein beliebter Parkplatz - obschon dies verboten ist.

Vor allem bei Dunkelheit ist der Goldschlägiplatz ein beliebter Parkplatz - obschon dies verboten ist.

rom
... aber auch bei Tag stellen regelmässig Kunden der Läden ihre Fahrzeuge auf dem Platz ab.

... aber auch bei Tag stellen regelmässig Kunden der Läden ihre Fahrzeuge auf dem Platz ab.

Leser-Reporter
Autofahrer bemängeln, dass bei dieser Zufahrt auf den Platz nirgends ein Verbotsschild zu sehen ist. Tatsächlich hat es hier keines.

Autofahrer bemängeln, dass bei dieser Zufahrt auf den Platz nirgends ein Verbotsschild zu sehen ist. Tatsächlich hat es hier keines.

rom

Urbane Wohnhäuser, grosszügige Grünanlagen, direkt beim Bahnhof: Auf seinen neuen Stadtteil Rietpark ist Schlieren stolz. Mitten drin liegt, umgeben von Restaurants und den Supermärkten Coop und Aldi, der asphaltierte Goldschlägiplatz.

Auf diesem stellte M. K.* kürzlich sein Auto ab, um einkaufen zu gehen. «Da mehrere andere Autos schon dort standen, dachte ich, das sei ein offizieller Kundenparkplatz», sagt er. Falsch gedacht: Als K. mit vollen Einkaufstaschen zurückkam, klebte ein Bussenzettel am Fenster: 50 Franken.

Zwei Tafeln genügen laut Behörden

«Das scheint mir eine Goldgrube zum Abzocken zu sein, denn ein Verbotsschild habe ich bei der Zufahrt auf den Platz von der Wiesenstrasse her nicht gesehen», sagt K. Ein Augenschein vor Ort bestätigt dies. Nur auf der anderen Seite des Platzes, wo sich die zweite Zufahrt befindet, sind zwei Verbotsschilder angebracht.

Der Goldschlägiplatz gehört zwei privaten Grundeigentümern. Die Halter AG bewirtschaftet den einen Teil des Grundstücks. Deren Teamleiter Immobilien-Bewirtschaftung, Andreas Feuz, sagt: «In Absprache mit Polizei und Stadtammannamt genügt die aktuelle Signalisation mit zwei Tafeln.»

Betonellipsen nützten zu wenig

Allerdings räumt er ein, dass das Parkieren auf dem Platz seit dem Ende der Bauphase im April 2015 ein Problem ist: «Um die Zufahrt einzuschränken, wurden deshalb zur Strasse hin zuerst Betonellipsen und, weil diese immer noch nicht genügten, später sogar noch Findlinge hingestellt.» Da aber die Anlieferung zu den Läden gewährleistet sein müsse, brauche es die beiden Zufahrten.

Laut Feuz wird das Parkverbot vor allem bei Dunkelheit missachtet. «Es müssen nur zwei, drei Autos dort stehen, und schon löst dies eine Kettenreaktion aus.» Eine private Sicherheitsfirma verteile deshalb regelmässig Bussen. Wie viele es pro Tag sind, kann er nicht beziffern.

Die Stadt ist not amused

Das illegale Parkieren ist nicht zuletzt der Stadt Schlieren ein Dorn im Auge – gemäss Gestaltungsplan und Baubewilligung darf der Goldschlägiplatz explizit nicht zum Parkieren genutzt werden. «Wir haben festgestellt, dass das Parkverbot trotz ausreichender Signalisierung immer noch missachtet wird, und den privaten Grundeigentümer darauf aufmerksam gemacht», sagt Astrid Romer Schneiter, Sprecherin der Stadt. «Er wurde aufgefordert, das Parkverbot durchzusetzen.»

Das will die Halter AG nun auch definitiv tun: «Bald werden zwei Poller die Zufahrt Wiesenstrasse für Kunden der Läden versperren», sagt Feuz. Bei der anderen Zufahrt überlegt man sich eine Schranke. Er wundert sich ohnehin über das Ganze: An der Wiesenstrasse gibts öffentliche Parkplätze für 50 Rappen pro halbe Stunde und unter dem Coop und Aldi gedeckte Parkplätze für einen Franken die Stunde. Feuz: «Aldi erstattet seinen Kunden den ersten Franken sogar zurück.»

*Name der Redaktion bekannt

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