26.08.2020 15:34

50 Kilogramm schwerÄrzte entfernen grössten Eierstocktumor der Welt

Trauriger Rekord: Indische Mediziner haben bei einer ihrer Patientinnen ein Krebsgeschwür entfernt, das rund 50 Prozent ihres Körpergewichtes ausgemacht hat.

von
Fee Anabelle Riebeling

Bei seiner Entfernung wog das Krebsgeschwür 50 Kilogramm – und damit fast so viel wie die Patientin selbst.

 (Video: 20M)

Darum gehts

  • In Indien mussten Ärzte einen riesigen Eierstocktumor entfernen.
  • Mit 50 Kilogramm machte er zeitweise 45 Prozent des Körpergewichts der Patientin aus.
  • Die Operation kam gerade rechtzeitig.
  • Die Geschwulst drückte auf den anderen Eierstock, wodurch dieser hätte explodieren können.

«Einen solchen Fall habe ich noch nie gesehen» – so beschreibt Arun Prasad, Mediziner am privaten Indraprastha Apollo Hospital im indischen Delhi, die Begegnung mit einer Patientin. Diese hatte sich zwar schon lange über ihre unerklärliche Gewichtszunahme gewundert, diese aber nicht abklären lassen.

Erst als nicht nur ihr Bauch riesig, sondern auch ihre Beine stark geschwollen waren, begab sich die 52-Jährige, die laut «Daily Mail» anonym bleiben will, ins Spital. Dort identifizierte das Team um Prasad einen stark gewucherten Eierstocktumor als Ursache: «Ich war shell-shocked – zutiefst erschüttert (siehe Box) von der Grösse.»

Daher kommt der Ausdruck «shell-shocked»

Zurück vom Horror der Schützengräben, standen im Ersten Weltkrieg viele Soldaten wie von schweren Schüttelfrösten gebeutelt vor ihren Ärzten. Die sogenannten Kriegszitterer konnten sich kaum mehr selbst auf den Beinen halten. Obwohl einigen der Schrecken des Erlebten wortwörtlich ins Gesicht geschrieben stand, lastete man ihren Zustand nicht dem Kriegseinsatz an, sondern schob sie auf angebliche Charakterfehler der «Hysteriker». Dabei fanden sich die Ursachen tatsächlich im Kriegsgeschehen: Viele der Soldaten kamen aus behüteten Elternhäusern in mittleren oder oberen Schichten und waren auf die Realität in den Schützengräben schlicht nicht vorbereitet. So liess das Feuer der Granaten, der ohrenbetäubende Lärm, das massenhafte Sterben der Kameraden und die ständige Lebensgefahr viele von ihnen psychisch zusammenbrechen. Eine Reaktion, die heute als posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bezeichnet wird.

Eierstock hätte explodieren können

In einer mehr als 180-minütigen Operation gelang es den Ärzten, das 50 Kilogramm schwere und – wie sich zeigte – gutartige Geschwür zu entfernen. «Wir sollten es als ein Wunder betrachten, dass sich die Patientin gut erholt hat», so Prasad am Tag nach dem Eingriff. Der Tumor hätte bereits 45 Prozent ihres Körpergewichts ausgemacht.

Damit sei der Eingriff dringend nötig gewesen, zitiert die Metro.co.uk die Mediziner. Denn aufgrund der schieren Grösse der Geschwulst hätte ein riesiger Druck auf dem anderen Eierstock gelastet, wodurch dieser hätte explodieren können. «Sie hat Glück, dass die Organe nicht versagt haben. Andernfalls hätte sich ein solcher Druck für die Patientin als tödlich erweisen können», sagt Prasad. Diese habe übrigens bereits 24 Stunden nach der OP nach Hause gehen können. «Ein Wunder.»

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22 Kommentare
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Ella

27.08.2020, 17:47

Wie man es soweit kommen lassen kann, ist mir ein Rätsel.

Manu

26.08.2020, 18:17

Oben steht Krebsgeschwür, unten steht gutartig. Ja was denn nun?

Grenouille

26.08.2020, 17:26

Früher hat man durch Krankheiten Verstellte auf den Jahrmärkten vorgeführt.