Süssigkeiten: Ärzte fordern Werbeverbot für Kinder-Schoggi
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SüssigkeitenÄrzte fordern Werbeverbot für Kinder-Schoggi

Werbung für sogenannte Kinderlebensmittel soll tabu sein. Zuckerbomben seien nicht kindergerecht, sagt der Präsident der Kinderärzte.

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bz
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Die Milchschnitte, ...

Die Milchschnitte, ...

Screenshot/kinder.com
... Überraschungseier und ...

... Überraschungseier und ...

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... Schokoladenriegel von Kinderschokolade stehen am Pranger.

... Schokoladenriegel von Kinderschokolade stehen am Pranger.

Screenshot/kinder.com

Die als «Kinderschokolade» bekannten Milchschnitten, Riegel und Überraschungseier sind dem Präsidenten des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte BVKJ ein Dorn im Auge. «Wir brauchen ein Werbeverbot für sogenannte Kinderlebensmittel, die es ja tatsächlich gar nicht gibt», fordert BVKJ-Präsident Thomas Fischbach laut der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Nach dem ersten Lebensjahr könnten Kinder abgesehen von besonders scharfen Gerichten alles essen, sagt Fischbach. «Trotzdem erwecken Lebensmittelkonzerne mit Dinosaurier-Bildern oder strahlenden Jungen und Mädchen auf der Verpackung den Eindruck, es gebe Lebensmittel für Kinder», empört er sich.

«Das muss gestoppt werden!»

So vermittelten diese den Eindruck, als seien Milchschnitte oder Kinderschokolade gesund und ein sinnvoller Bestandteil des Nahrungsmittelkatalogs. Er bezeichnet dies als verantwortungslos. «Das muss gestoppt werden!». Zuckerbomben seien alles andere als kindgerecht.

In der Schweiz stehen süsse Lebensmittel auf der politischen Agenda. Gemeinsam mit 14 Lebensmittelproduzenten und Detailhändlern – darunter Coop, Migros, Kellogg's und Emmi – beschloss Gesundheitsminister Alain Berset, dass Joghurts bis 2024 zehn Prozent weniger Zucker enthalten sollen, Cerealien gar 15 Prozent weniger. Zudem wird die Zuckerreduktion auf weitere Produkte ausgedehnt. Welche es betrifft, ist noch nicht klar. Der Entscheid soll bis Ende 2020 fallen.

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