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Drohende PandemieÄrzte raten zu Knoblauch gegen Mers

Nirgendwo breitet sich Mers so schnell aus, wie in Krankenhäusern. Südkoreanische Ärzte fordern dazu auf, das Immunsystem zu stärken.

von
isa
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Mers geht um die Welt. In Südkorea werden Orte des öffentlichen Lebens gereinigt, wie dieses Theater in Seoul.

Mers geht um die Welt. In Südkorea werden Orte des öffentlichen Lebens gereinigt, wie dieses Theater in Seoul.

kim Chul-soo/dpa
Im deutschen Krankenhaus St. Raphael der Niels-Stensen-Kliniken in Ostercappeln ist ein Mann an den Folgen von Mers gestorben.

Im deutschen Krankenhaus St. Raphael der Niels-Stensen-Kliniken in Ostercappeln ist ein Mann an den Folgen von Mers gestorben.

Friso Gentsch/dpa
Das amerikanische Centers for Disease Control (CDC) forscht ebenfalls an der Krankheit. Es handelt sich um ein Coronavirus.

Das amerikanische Centers for Disease Control (CDC) forscht ebenfalls an der Krankheit. Es handelt sich um ein Coronavirus.

Center for Disease Control

Ein Apfel am Tag soll den Gang zum Arzt ersparen. Die Organisation «Visit Medical Korea» geht aber noch weiter: Sie empfiehlt auf ihrer Webseite Knoblauch, Brokkoli und Champignons zur Vorbeugung gegen Mers. Mit neun Lebensmitteln für ein stärkeres Immunsystem soll das Virus in Schach gehalten werden, zu ihnen gehören auch Joghurt, Schwarzer Tee, Habanero-Pfeffer, Süßkartoffeln, Gerste und Kaktusfrüchte.

In Südkorea gelten Krankenhäuser als Hauptausbreitungsort des Mers-Virus. Mehr als 154 bestätigte Infektionen gibt es in landesweit bereits, 19 Menschen starben. Fast 5500 Menschen stehen oder standen unter Quarantäne. Rund 3000 Schulen sind geschlossen worden.

Es um den Medizin-Tourismus

Für Südkorea ist das auch ein Image-Problem: Das Land wirbt mit seinen Krankenhäusern und will den Medizin-Tourismus fördern. Besucher sollen für Behandlungen nach Südkorea kommen, sowohl für Operationen mit modernen Methoden als auch nach koreanischer Tradition. Mehr als 200.000 Patienten soll das Programm im Jahr 2013 angelockt haben, vor allem aus den USA, China, Russland und Japan.

Die Zahl der Kliniken, die mit Mers-Patienten zu tun hatten, steigt jedoch täglich. Derzeit sind es landesweit mehr als 70. Das Samsung Medical Center in der Hauptstadt Seoul wurde zeitweise geschlossen. Mehr als die Hälfte aller Erkrankten sollen sich hier angesteckt haben, berichtet die «BBC». Der Präsident des Krankenhauses entschuldigte sich öffentlich dafür. Besucher sind im Krankenhaus nicht mehr erlaubt; nicht-notwendige Operationen werden verschoben.

Mers kann eine Infektion der Atemwege auslösen, bis hin zur Lungenentzündung oder Nierenversagen. In Deutschland verstarb in der Nacht zum 6. Juni ein Mann, der sich infiziert hatte. 200 Menschen, die mit ihm in Kontakt waren, wurden getestet. Zu weiteren Infektionen soll es bisher nicht gekommen sei.

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