Frühgeburt mit 390 Gramm: «Ärzte sagten, Mia sei das kleinste Baby überhaupt»
Aktualisiert

Frühgeburt mit 390 Gramm«Ärzte sagten, Mia sei das kleinste Baby überhaupt»

Die Freiburgerin Rebecca Helfer (21) hat ihr Töchterchen mehr als drei Monate zu früh geboren. Das Baby wog weniger als 400 Gramm. Doch Mia lebt.

von
tab

Mia hätte erst am 16. Februar zur Welt kommen sollen. Doch sie hatte es offenbar eilig. Sehr eilig. Sie erblickte bereits am 6. November 2015 im Inselspital Bern das Licht der Welt. Obwohl es in der Schweiz immer mehr Frühchen gibt – eines von 13 Babys kommt vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt – ist Mia eine Ausnahme.

Bei der Geburt war sie gerade mal 390 Gramm schwer und nur 27 Zentimeter gross, wie «Le Matin» schreibt. «Die Ärzte sagten mir, sie hätten noch nie ein so kleines Baby gesehen», sagt Mutter Rebecca Helfer. Die 21-jährige Freiburgerin war völlig überwältigt von der Frühgeburt. Angst und Freude begleiten sie seither gleichermassen: «An einem Tag geht alles gut und wir sind glücklich. Und am nächsten Tag muss Mia wieder künstlich beatmet werden. Das ist kaum zu ertragen. Aber sie ist eine kleine Kämpferin.»

«Ich habe vor allem viel geweint»

Der Grund für die Frühgeburt war eine Präeklampsie in der zweiten Schwangerschaftshälfe. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Mutter unter Bluthochdruck leidet und eine grosse Menge Eiweiss über den Urin verliert. Weiter können auch Wassereinlagerungen entstehen. Die Ärzte entschieden deshalb, sofort eine Notfall-Geburt einzuleiten. Weil es in Lausanne keinen Platz für die Mutter hatte, wurde Helfer ins Inselspital verlegt, wo man einen Kaiserschnitt vornahm. «Ich habe gar nichts mitbekommen, weil Mia keinen Ton von sich gab. Die Ärzte haben sie sofort mitgenommen. Ich wusste nicht einmal, ob sie überleben würde.»

Erst viereinhalb Stunden nach der Geburt bekam Helfer ihre Tochter zu Gesicht. Halten, umarmen oder berühren durfte sie Mia jedoch nicht. «Sie lag hinter einer Scheibe und war voller Schläuche – sie sah so klein aus.» Die junge Frau musste weitere 10 Tage warten bis sie ihr Baby erstmals anfassen durfte. «Sie legten sie mir auf den Bauch, Körper auf Körper, Haut auf Haut. Ich konnte sie endlich spüren und mit ihr sprechen. Ich habe vor allem viel geweint.»

Mia, der Name einer Kriegerin

Mittlerweile kann Helfer selbst entscheiden, wann sie ihre Mia in den Arm nimmt. Sie muss aber immer eine Maske tragen, um ihr Baby vor Mikroben zu schützen. Am Mittwoch durfte die Kleine die Intensivstation für Frühgeburten verlassen. Nach einer Operation am Herzen hat sie nun das Schlimmste hinter sich. Mia bekommt aber weiterhin Sauerstoff. Helfer: «Die Ärzte sagen, sie könne nicht gleich alles auf einmal selbst machen, aber sie sind positiv.» Die 21-Jährige kann es kaum erwarten, ihr Kind mit nach Hause zu nehmen. «Ich hoffe, ich sehe bald das Licht am Ende des Tunnels.»

Dies könnte bereits Ende Monat der Fall sein. Mia wiegt heute schon fast zwei Kilogramm. Sie sehe jeden Fortschritt, den sie mache, sei er noch so klein, sagt Helfer. «Mia ist unglaublich.»

Und Mia macht ihrem Namen alle Ehre: Während der Schwangerschaft hätten ihr die Ärzte gesagt, es sei möglich, dass sie eine Tochter bekomme. «Jetzt haben wir herausgefunden, dass Mia der Name einer Kriegerin ist.»

Deine Meinung