Ärzte und Rechtsextreme sind keine «schützenswerten Minderheiten»
Aktualisiert

Ärzte und Rechtsextreme sind keine «schützenswerten Minderheiten»

«Blick» und «Basellandschaftliche Zeitung» haben in Kommentaren nicht gegen die Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten verstossen.

Der Presserat hat entsprechende Beschwerden als unbegründet zurückgewiesen.

Im Falle des «Blick»-Kommentars ging es um die Teilnahme von Rechtsextremen an der 1. August-Feier auf dem Rütli sowie um die schleichende Salonfähigkeit des Rechtsextremismus' in der Schweiz. Dabei wurden Worte wie «braunes Gesindel» und «Hohlköpfe» verwendet.

Die «Basellandschaftliche Zeitung» prangerte in ihrem Kommentar diverse Missbräuche von Ärzten gegenüber von Krankenkassen an. Erwähnt wurden das Aufrunden der Dauer von Patientengesprächen, der Verkauf von Mustermedikamenten oder die Verordnung von medizinisch nicht notwendigen Behandlungen.

In beiden Fällen glaubten «Betroffene», dass die Autoren mit ihren Kommentaren gegen die Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten verstossen hätten. Konkret wurden Verstösse gegen die Richtlinien bezüglich Diskriminierungsverbot und Achtung der Menschenwürde moniert.

Der Presserat erachtet weder die Schweizer Ärzteschaft noch die Rechtsextremen als Minderheit, welche in den journalistischen Richtlinien als «schützenswert» eingestuft wird. Auch seien in beiden Kommentaren keine bestimmten, individualisierbaren Personen in ihrem Menschensein herabgewürdigt worden.

(sda)

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