06.02.2019 04:43

Krank nach Körperkontakt

Ärzte warnen wegen Grippe vor Umarmungen

Der Influencer Younes herzte Hunderte Fans – und wurde krank. Zum Schutz vor einer Grippe raten Experten ungeimpften Personen von Körperkontakt ab.

von
maz
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Drei Tage nach dem Fanmeeting erwischte es den Influencer Younes Saggara (18): Er wurde krank, nachdem er mit über 800 Leuten Kontakt gehabt, viele seiner Fans auch umarmt hatte.

Drei Tage nach dem Fanmeeting erwischte es den Influencer Younes Saggara (18): Er wurde krank, nachdem er mit über 800 Leuten Kontakt gehabt, viele seiner Fans auch umarmt hatte.

Privat
Derzeit liegen viele Schweizer flach: Die Zahl der Ansteckungen mit der Grippe zeigte in den letzten Wochen steil nach oben.

Derzeit liegen viele Schweizer flach: Die Zahl der Ansteckungen mit der Grippe zeigte in den letzten Wochen steil nach oben.

Laut Monika Hänggi, Kantonsärztin von Basel Landschaft, wird die Grippe durch Tröpfchen beim Reden, Niesen oder Husten übertragen.

Laut Monika Hänggi, Kantonsärztin von Basel Landschaft, wird die Grippe durch Tröpfchen beim Reden, Niesen oder Husten übertragen.

Keystone

Drei Tage nach dem Fanmeeting erwischte es den Influencer Younes Saggara (18): Er wurde krank, nachdem er mit über 800 Leuten Kontakt gehabt, viele seiner Fans auch umarmt hatte. «Ich schütze mich nicht. Ich will nicht, dass die Fans denken, ich fände sie nicht schön oder etwas in der Art.»

Wie Younes liegen derzeit viele Schweizer flach: Die Zahl der Ansteckungen mit der Grippe zeigte in den letzten Wochen steil nach oben – der Höhepunkt der Epidemie ist laut dem Bundesamt für Gesundheit noch nicht erreicht.

«Einen Meter Abstand»

Experten raten davon ab, derzeit wie Younes in der Menge zu baden. Laut Monika Hänggi, Kantonsärztin von Basel-Landschaft, wird die Grippe durch Tröpfchen beim Reden, Niesen oder Husten übertragen. «Man sollte deshalb Menschenansammlungen, aber auch Umarmungen, Händeschütteln und Begrüssungsküsse vermeiden», rät sie. Einen Meter Abstand zum Gesprächspartner zu halten, reduziere das Ansteckungsrisiko weiter. «Zu Hause empfehle ich, die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen.» Unterwegs könne man sich auch schützen, indem man sich die Hände mit einem Desinfektionsmittel einreibe.

Wer krank ist, soll auf den ÖV verzichten

Auch der Winterthurer Hausarzt Christoph Bovet sagt: Wenn man nicht geimpft sei und nicht krank werden wolle, solle man auf jeglichen Kontakt mit anderen Menschen verzichten oder das Haus nicht verlassen. Ähnlich sieht es der Immunologe Beda Stadler von der Uni Bern. «Um sich vollständig vor der Grippe zu schützen, müsste man zu Hause bleiben und den Kontakt mit Leuten einstellen. Hände kann man desinfizieren, aber dies bietet keinen vollständigen Schutz.»

Die Experten sind sich einig, dass die Grippeimpfung der einzige Schutz gegen die Grippe ist. «Wer zu dumm ist, sich impfen zu lassen, sollte angesteckt werden. Die Impfung ist der einzige Schutz», so der Immunologe Stadler. Alles andere sei ein netter Versuch. Laut dem Hausarzt Bovet könnte neben der Impfung ein Mundschutz, wie er in asiatischen Ländern verbreitet sei, auch die Ansteckungsgefahr mindern. Ist man bereits krank, sollte man den ÖV meiden, findet Stadler: «Wer Anstand hat, sollte den ÖV nicht benutzen, wenn er die Grippe hat. Man hat kein Recht darauf, andere anzustecken», so Stadler.

Umarmungen trotz Risiko

Obwohl durch das Umarmen lästige Grippeviren übertragen werden können, will sich auch der Social-Media-Star Zeki nicht zu viele Gedanken machen: «Wenn mich ein Fan umarmen will, dann schlage ich das nicht aus. Ich habe bis jetzt noch nie die Erfahrung gemacht, dass ich nach einer Umarmung am nächsten Tag infiziert war.» Deshalb schaue er nicht, ob gerade Grippezeit sei oder nicht. Er achte aber darauf, dass ihm niemand zu nahe komme, wenn er krank sei.

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