Aktualisiert 26.04.2020 19:39

#blankebedenken

Ärzte zeigen sich nackt, weil Schutzmaterial fehlt

Hausärzte aus Deutschland haben eine Aktion lanciert. Mit Nacktfotos aus der Praxis machen sie auf den Engpass beim Schutzmaterial aufmerksam.

von
Thomas Mathis
1 / 10
Mit Nacktfotos wollen deutsche Hausärzte auf den Engpass beim Schutzmaterial aufmerksam machen.

Mit Nacktfotos wollen deutsche Hausärzte auf den Engpass beim Schutzmaterial aufmerksam machen.

www.blankebedenken.org
Sie haben Nacktfotos aus ihrer Praxis auf einer Website veröffentlicht.

Sie haben Nacktfotos aus ihrer Praxis auf einer Website veröffentlicht.

www.blankebedenken.org
Die Aktion trägt den Titel «Blanke Bedenken».

Die Aktion trägt den Titel «Blanke Bedenken».

www.blankebedenken.org

Darum gehts

  • Deutsche Hausärzte haben sich nackt in ihrer Praxis fotografiert.
  • Mit der Aktion «Blanke Bedenken» machen sie auf fehlendes Schutzmaterial aufmerksam.
  • Die Ärzte fordern mit einer Petition mehr Unterstützung durch die Politik.

Die Gesundheitsbranche klagt vielerorts über fehlendes Schutzmaterial. Eine Gruppe von Hausärztinnen und Hausärzten aus Deutschland macht nun mit der Aktion «Blanke Bedenken» darauf aufmerksam. Die Ärzte haben Nacktfotos von sich in ihrer Praxis auf der gleichnamigen Website veröffentlicht. Dort heisst es: «Um Sie sicher behandeln zu können, brauchen wir Schutzausrüstung. Wenn uns das Wenige ausgeht, das wir haben, dann sehen wir so aus.»

Zu Wort kommt etwa Hausarzt Ruben Bernau. Er verfügt nur unzureichend über Schutzausrüstung. «Die Nacktheit soll symbolisieren, dass wir ohne Schutz verletzlich sind», sagt er. Die Inspiration für die Aktion kam von einem französischen Arzt, wie Hausarzt Christian Rechtenwald ergänzt. Dieser habe sich nackt in seiner Praxis fotografiert und sich als «Kanonenfutter» bezeichnet.

Petition lanciert

In einer Petition fordern die Hausärzte mehr Unterstützung durch die Politik, insbesondere auch bei der Bereitstellung von Schutzausrüstung. Sie seien in der Krise lange allein gelassen worden. «Wir haben uns selbst geholfen und Schutzschilde gebastelt sowie Masken und Kittel genäht.» Zudem verlangen die Hausärzte, dass es länger möglich bleibt, eine Arbeitsunfähigkeit für maximal 14 Tage per Telefon zu attestieren. Diese Regelung ist nach Kritik bis Anfang Mai verlängert worden.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.