Aktualisiert 30.03.2014 17:51

Neuer VorstossÄrztemangel soll von Kantonen kuriert werden

Die Volksinitiative gegen den Ärztemangel ist offenbar gescheitert. Nun kommt ein parlamentarischer Vorstoss, der auch dank der Masseneinwanderungsinitiative Chancen hat.

von
pwe
In der Schweiz kommen etwa die Hälfte der Ärzte aus dem Ausland. Nun sollen mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden.

In der Schweiz kommen etwa die Hälfte der Ärzte aus dem Ausland. Nun sollen mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden.

«Das Sammeln der 100'000 Unterschriften war schwieriger, als wir erwartet hatten», sagt Daniel Häuptli gegenüber der «Aargauer Zeitung». Der junge Politiker der Grünliberalen und Ökonomie-Doktorand ist Initiant der Volksinitiative «Mehr Ausbildungsplätze in der Humanmedizin – Stopp dem drohenden Ärztemangel!», die die Kantone dazu zwingen soll, den «landesweiten (…) Bedarf» an Ärztinnen und Ärzten zu decken.

Offenbar wird aus der Volksinitiative nichts, weshalb Häuptli sein parteiinternes Beziehungsnetz spielen liess und Plan B aktivierte: Die St. Galler GLP-Nationalrätin Margrit Kessler hat die Volks- in eine parlamentarische Initiative umgewandelt und mit der Unterstützung von 71 Kolleginnen und Kollegen von links bis rechts eingereicht.

Masseneinwanderungsinitiative als Chance

Das Vorhaben hat intakte Chancen und könnte mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar zusätzlich Auftrieb erhalten. Denn heute wird rund die Hälfte der benötigten Ärzte aus dem Ausland rekrutiert, was bei möglicherweise kommenden Kontingenten zum Problem werden könnte.

Um «den landesweiten Bedarf» zu decken, bildet die Schweiz allerdings zu wenige eigene Ärzte aus. Der Bund empfahl jüngst, 1200 bis 1300 Studenten pro Jahr auszubilden, doch selbst mit den jüngsten Steigerungen stehen nur knapp 800 Plätze zur Verfügung, wie Jaromir Bregy von der Schweizerischen Rektorenkonferenz gegenüber der «Aargauer Zeitung» sagte.

Problematische Kritik am Numerus clausus

Von den 3300 Maturandinnen und Maturanden, die sich jährlich für das Medizinstudium anmelden, fallen die meisten bereits nach der Eintrittsprüfung dem Numerus clausus zum Opfer, weshalb dieser immer wieder in die Kritik gerät. In der Westschweiz gibt es dieses System nicht, allerdings werden die Studenten dort während des ersten und zweiten Jahres ausgesiebt. Es gibt schlichtweg nicht genügend Studienplätze in der Schweiz.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.